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Verhalten

Ich komme nicht mehr von der Versuchung los, das Verhalten anderer Menschen analysieren zu wollen. Es war mir schon immer ein Bedürfnis zu verstehen, warum wer was tut, was jemand denkt, was er plant, ob er ehrlich ist oder ob man mir trocken ins Gesicht lügt und ich habe mir ewig den Kopf darüber den Kopf zerbrochen. Seit ich das Müller-Buch gelesen hab, werden dieses Nachdenken über andere, die Versuche, die Menschen richtig einzuschätzen quasi schon zur Sucht. Müller hat mir mit seinen Zeilen einige Denkansätze geliefert, die mich in manchen Fällen nicht mehr auf der Stelle treten lassen. Viele Verhalten sind mir jetzt schlagartig viel klarer, viele Aussagen leichter zu interpretieren was mir das Leben viel leichter macht, weil ich mir von meinen Gesprächspartnern ein viel besseres Bild machen kann. Manchmal kann ich sogar die versteckten Absichten in diversen Aussagen erkennen und ich muss schmunzeln, welche Mühen doch manche Leute in Kauf nehmen. Meine nicht unbedingt sehr geschätzten Kollegen sind augenblicklich meine “Studienobjekte” und meine genauen Beobachtungen dieser Leute in diversen Situationen (z.B. beim scheinbar belanglosen Plausch am Mittagstisch) öffnen mir die Augen. Dunja’s Aussage, dass wir alle eine Familie wäre, lehne ich zwischenzeitlich mehr denn je ab. Vonwegen Familie! Ich konnte erkennen, welcher Neid und welche Missgunst in diesen Menschen steckt. Egal ob’s um Gehälter, um Positionen, um Beziehungen um Anschaffungen der diversesten Natur geht - ich konnte unterschwellig immer wieder den Frust des einzelnen und auch so was wie versteckte Eifersucht heraushören. Für mich der absolute Wahnsinn! Mein Bauchgefühl hat mich also doch nicht getäuscht. Ich danke Gott, dass ich ihnen scheinbar eine Nummer zu groß bzw. möglicherweise zu suspekt bin und dass ich rechtzeitig in der Lage war, für entsprechende Distanz zu sorgen. Nachdem sie mich auch nicht so genau einordnen können und wissen, dass ich - wenns drauf ankommt - doch die GL hinter mir habe, lassen sie mich in Ruhe. Ich bin heilfroh, speziell wenn ich merke, wie bösartig so manch einer ist und welche Dynamik ihr Hinhacken bekommt, wenn sie sich in der Gruppe zusammenrotten. Momentan haben sie sich Martin als Opfer ausgesucht. Da gibts die diversesten Aussagen - ein Hypochonder sei er, hackeln will er nix, langsam sei er, andere schaffen sein Arbeitspensum zusätzlich zu ihrem und das bei einer Halbtagsbeschäftigung. Er werd zerlegt, analysiert, es wird kein gutes Haar an ihm gelassen und…..Ich bin von den Socken! Ich mag Martin sehr, weil er der einzige ist, mit dem gute und vor allem ehrliche Gespräche möglich sind. Wir sind manchmal auf der selben Welle. Augenblicklich kann er sich noch ganz gut wehren, aber ich werde das Gefühl nicht los, das dies nicht mehr lange der Fall sein wird.

Gestern fiel mir ein Buch von G. Eggetsberger über Hypnose in die Hände. Auch etwas, was mich augenblicklich sehr gefangen nimmt. Ich habe gestern begonnen die Einführung zu lesen und konnte mich mit Hilfe dieser Unterlagen sogar selbst als Linkshirn-Typ klassifizieren. Linkshirntypen übernehmen gerne die Leitung und Steuerung von Aktivitäten und Unternehmungen. Sie sind aufgabenorientiert, ergebnisorientiert, arbeiten gerne mit Listen von Dingen, die zu erledigen sind. Sie brauchen zum “glücklichen Leben” Erfolg und Anerkennung, aber auch Ordnung und Struktur. Na, da wär’s wieder….

Morgen und Sonntag ist das NLP-Seminar in Graz. Ich freu mich ja schon so, das passt augenblicklich total in mein Interessensgebiet. Noch dazu fahr ich mit Claudschi, somit ist ein erlebnisreiches Wochenende vorprogrammiert!

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