Geständnis von Handy zu Handy
Die RGL-Geschichte setzte mir so sehr zu, dass ich nicht nur permanent in Tränen ausgebrochen bin, sondern auch nichts anderes mehr denken konnte. In der Firma hab ich so sehr auf eine Rückmeldung gewartet, auf ein Signal, welches sein Verhalten bei der Weihnachtsfeier bestätigt, auf ein kleines Zeichen seiner Gefühle. Nichts, absolut nichts! Hab dann meinen ganzen Mut zusammengenommen und ihn hoch offiziell zwecks Abstimmung der Vorstandssitzungen im nächsten Jahr anzurufen. Sehr komische Situation. Bin zuerst an seine Sekretöse geraten, weil er angeblich auf Kundentermin. Als ich dann um seinen Rückruf bat, kam er urplötzlich soeben bei der Tür herein!?!?!?!?!. Kann natürlich schon stimmen, muss aber nicht. Egal - ich hab mit ihm gesprochen und er war sehr forsch um nicht zu sagen nur mäßig freundlich. Meinte ich solle mir einmal seinen Terminkalender anschauen….Aber genau da hab ich ihn erwischt, denn auf meine Aussage “wenn SIE ihn mitbringen….” kam nichts mehr, was mich wiederum getroffen hat. Wieder Traurigkeit!
Aber dann hat Claudia, welcher ich meinen Kummer per Mail erzählt hab angerufen und mir geraten, ich solle Klartext mit ihm sprechen. Solle ihn anrufen und ihm sagen, dass ich so gerne seine Signale erwidert hätte, aber nicht konnte, weil ich so wie er auf der Firmenfeier mein Gesicht wahren mußte. Solle einfach die Dinge aus meiner Sicht klarstellen und zu verstehen geben, dass ich ihn mag. Am besten verpackt mit der Aussage, dass ich das Gefühl habe, zwischen uns läuft etwas falsch und dass es mir leid täte, ihn schroff behandelt zu bzw. vor den Kopf gestossen bzw. verletzt zu haben.
Ich hab meinen ganzen Mut zusammengenommen und hab’s getan. Hab ihm vom Handy auf seinem Firmenhandy angerufen, so dass er erkennt, dass dies eine rein private Angelegenheit ist. Hab mich für ein mögliches Fehlverhalten entschuldigt, ihm gesagt, dass ich so viele Dinge nicht gewusst hab, dass ich wohl einiges gesehen hab, aber nicht reagieren konnte. Hab geredet wie ein Wasserfall, gesagt, dass manche Dinge nicht über meinen Schreibtisch laufen dürfen (dieses Gespräch eben, wie auch jene “Topf & Deckelchen”-Philosophie, die ich auf der Weihnachtsfeier dann abgebrochen hab) weil diese Dinge in der Firma nichts verloren haben. Hab gesagt, dass es mir schwerfällt mit ihm zu reden, dass es mir aber ein Bedürfnis ist, weil er mir am Herzen liegt.
Nun - er meinte, es gäb nichts zu entschuldigen, mein Verhalten sein in Ordnung gewesen. Er sei als “Mühlviertler Bauernbub” nicht so zimperlich. Man müsse nicht alles aussprechen, wenn es nicht geht, man müsse nur zwischen den Zeilen lesen, das tut’s auch. Er meinte, wir hätten ein bombiges Gespräch geführt (welches, frag ich mich! Mir fehlt ja noch immer einiges!) und der Abend war perfekt. Mein Anruf runde sein Bild nur ab. Er habe mir 2 Emails zu den aktuellen geschäftlichen Angelegenheiten geschickt und freue sich auf die Organisation in Gamlitz.
Mir fällt ein Stein vom Herzen - irgendwie bin ich total erleichtert, auch wenn ich noch immer nicht genau weiß, wie wir zueinander stehen. Claudia und David hab ich die Sache erzählt. Beide finden es gut. David hat überhaupt gemeint, eine gewisse Verliebtheit wäre - selbst für ihn als Mann- bei der Weihnachtsfeier nicht zu übersehen gewesen. Beide sind sich sicher, dass sich RGL über meinen Anruf gefreut haben könnte. Ich bin froh, ganz fürchterlich froh, dass ich nicht mehr auf Ungewisses warten muss. Geduld bleibt mir natürlich jetzt nicht erspart, weil so schnell wird’s kein Wiedersehen geben. Weihnachten, Jahreswechsel, im Jänner die Vorstandssitzung in Linz, im Februar der Beirat in Going und dazwischen hunderte andere Termine, von denen ich nichts weiß. Aber dann, irgendwann, wird’s wieder eine Möglichkeit geben - es liegt in seiner Hand.