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(Weihnachts)wünsche und Mistelzweig

Habe das Wochenende im Haus verbracht. War total entspannend. Samstag nichts Aufregendes, nur schlafen, Lotti schmusen und mit Berndi fernglotzen - urigst angenehm. Gedanken an RGL, Gott-sei-Dank nicht mehr mit dem schmerzlichen Bauchgefühl, daß einem übel wird. Noch immer oder schon wieder dieses wenn und aber, diese Fragen ob ich mir das alles vielleicht nur einbilde, diese Zweifel, aber immerhin schon etwas besser. Leider tendiere ich eher zum Negativen d.h. dazu, daß die Sache einfach aufgrund meiner blinden Verliebtheit einfach eine Einbildung ist.

Hab mich dann am Sonntag vormittag mit Berndi und Lotti zum Spaziergang durch die Au zur alten Rennbahn und zu den Teichen aufgemacht, unsere herkömmliche Sonntags-Runde halt und beschlossen, mich auf Mistelzweig-Suche zu machen. In den alten Bäumen bei den Teichen gibt’s diese in Unmengen, allerdings in schwindelnder Höhe. Soweit oben, dass es echt gefährlich wäre, ins morsche Geäst zu klettern. Also muß man den von Efeu verwilderten Boden absuchen, in der Hoffnung, dass die Vögel kleine Zweige abgebrochen haben, die man, wenn man Glück hat dort finden kann. Im Vorjahr hab ich ein kleines Zweiglein gefunden und hab mich schon krumm und dämlich gefreut, weil ich in diesen Fund die Erfüllung meiner Wünwsche hineininterpretiert habe. Heuer bin ich eigentlich schon mit dem Gedanken ausgerückt, gar keine Misteln mit nach Hause nehmen zu können, da ich nicht an die Wiederholung des Glücksfundes vom Vorjahr geglaubt hab. Emotional wie ich nun einmal bin, habe ich mir für heuer die positive Entwicklung meiner RGL-Geschichte gewüscht und hab beim Dahinschlendern durch das Dickicht grad noch im Kopf formuliert, dass ich gerne daran glauben würden, sofern ich wieder ein kleines Mistelzweiglein finden würde. Um ehrlich zu sein, hab ich nicht einmal nach den Zweigen gesucht, sondern bin grad in Richtung vom mit Misteln überladenen Baum gestapft, als direkt vor meinen Füßen welche lagen. Nicht ein kleines Zweiglein sonder ein riesiger Mistelbusch mit mindestens 45 cm Durchmesser, einfach aus der Baumkrone gebrochen, total unbeschädigt, mit viele, vielen weißen Kügelchen. Wunderschööööööön! Ich bin noch immer fassungslos. Hab nicht einmal die richtigen Worte gefunden um Gott dafür zu danken. Bin in meiner Verwirrung schon fast so weit, diesen Fund als Zufall abzutun, was aber meinen bisherigen Erkenntnissen, daß es Zufälle gar nicht gibt widerspricht. Bislang war es doch so, daß alle diese “zufällig” passierten Dinge letztendlich doch ihren Sinn hatten, ich hatte ihn bloß nicht gleich erkannt. Sind meine heurigen Mistelzweige also doch ein Zeichen? Ein Zeichen dafür, daß Gott ganz genau weiß, was ich mir wünsche? Ein Zeichen dafür, daß diese Wünsche ausnahmsweise auch etwas sind, das er für mein Leben vorgesehen hat? Ein Zeichen, daß ich ein wenig Vertrauen haben soll? Würde sich wiederum mit dem zuletzt aufgeschlagenen Kapitel meines roten Buches decken……..Mir fehlt der Plan! Ich werde also versuchen, eine neutrale Position zu beziehen. Vielleicht ist die Aufgabe einfach, erstmals gegen meine Zweifel anzukämpfen und an das Schöne zu glauben. Wenn es so ist, dann werde ich mich bemühen! Ich werde versuchen, Geduld zu haben und abzuwarten. Heute kam übrigens spät abends eine Mail von RGL mit seinen weiteren Urlaubsdaten für August. Mehr als förmlich, mit “sehr geehrte….” und “mit freundlichen Grüßen” und mir komplett unverständlich warum die Info in Etappen, zumal ich erst vorige Woche die ersten Daten gemeldet bekommen hab. Na, ja - ich will’s nicht überbe- bzw. abwerten, denn ein leichtes Grinsen und einen Stich in der Magengegend hat mir diese Nachricht ja trotzdem eingebracht.

Im Büro hat Martin K. heute um die einvernehmliche Lösung seines Dienstverhältnisses gebeten. Irgendwie bin ich traurig, weil ich einen total lieben Kollegen und tollen Gesprächspartner verliere, aber für ihn ist es besser so. Bleiben mir nur mehr meine Kundenservice-Mädels, aber das ist ja schon was. Die sind total ok, ich mag sie! Erschüttert bin ich über die Reaktion von meinem Chef. DKO hat’s nicht einmal der Mühe wert gefunden, Martin K. zum abschließenden Gespräch zu bitten. Das ist in meinen Augen doch echt das Mindeste was man als Geschäftsführer tun kann. Vielmehr hat er heute gleich unsere “Headhunterin” welche auf Weihnachtsbesuch im Haus war mit der Suche nach einem neuen Mitarbeiter beauftragt. In meinen Augen menschlich wirklich das Letzte! Ich bin wieder dort, wo ich schon hundert Mal war. Stelle fest, mit welchen armseligen Würmern (selbt in der Führungsetage) ich es zu tun habe und frage mich, warum ich dort bin. Warum hab ich solche Menschen um mich? Was ist meine Aufgabe? Muss ich mich dagegen wehren, oder soll ich bloß erkennen, daß ich so nie sein möchte? Wenn ich die Schwächen er Einen erkenne, sehe ich umgekehrt natürlich auch die Stärken anderer. RGL würde so nie handeln, das ist eines der Dinge, die ihn auszeichnen. Ich weiß nicht warum ich dies alles hab, aber ich bitte dich lieber Gott, lass es mich erkennen.

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