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das Miteinander

Heute hat mich DKO offiziell von der einvernehmlichen Lösung von Martin K.s Dienstverhältnisses informiert. Entgegen aller meiner Vorsätze, Haltung zu bewahren und auf “Befehl” zu agieren habe ich in DKOs Büro komplett die Fassung verloren und zu weinen begonnen. DKO hat’s einmal gar nicht gepackt, denn so was war noch nie der Fall. Gelte ich in seinen Augen doch als der Fels in der Brandung. Ha, ha! Umsomehr war er betroffen, als er - nachdem er mich gebeten hatte darüber zu reden - die ganze Wahrheit erfahren hat. Ich hab ihm alles erzählt, was so abläuft. Hab ihm gesagt, das Martin K. mit Sicherheit als ehrlicher, aufrechter, geradliniger, loyaler Mitarbeiter zu sehen ist, der einfach dem bösen Intrigenspiel der Natterngrube aufgesessen ist. Ein Mobbingopfer quasi, weil Momo einen Ganztagsjob braucht. Ein Sündenbock, an denen sich armselige Abteilungsleiter mit gekränkter Seele wieder aufrichten wollen, indem sie Stärke aber vor allem Macht demonstrieren. Hab ihm gesagt, wie diese Leute agieren und zu welchen Mitteln sie greifen. Hab ihm auch gesagt, wie die Stimmung unter der Belegschaft ist, wie sehr man sich einfach Informationen über die Zunkunft des Unternehmens (Wechsel in der Geschäftsführung, Umzug, etc.) wünschen würde, nur um einfach Sicherheit zu spüren. Hab versucht ihm über die absolute unmöglichen Umgangsformen so mancher Vorstandsmitglieder und Eckpfeiler des “future power teams” in Kenntnis zu setzen, die Mitarbeiter nicht nur vor den Kopf stoßen, sondern ihnen zuweilen richtig Angst vor der Zukunft machen. Hab versucht, der Hilflosigkeit mancher Kollegen Ausdruck zu verleihen. DKO war sichtlich mitgenommen, und - so glaub ich - hat erkannt, einen nicht wieder gut zu machenden Fehler begangen zu haben.

Ohne dass die Jungs miteinander gesprochen haben - zumindest hab ich es nicht bemerkt - kam dann GKAs Bitte, den Weihnachtsbrief an die Mitarbeier zu schreiben. Ich hab den beiden vorerst meinen gesammelten Werke aus dem Fundus mit der Bitte um Auswahl zur Verfügung gestellt und war total berührt, dass GKA für die heurigen Weihnachtswünsche das Thema “das Miteinander” gewählt hat. Ich finde das total gut, bin so stolz auf die Buben, obgleich es die Mitarbeiter wahrscheinlich gleich gar nicht so verstehen, wie’s eigentlich wirklich gemeint ist. Macht ja nix, vielleicht dämmert’s dem Einen oder Anderen irgendwann. Ein Versuch ist’s allemal wert und ganz toll find ich’s, dass er von der Geschäftsleitung kommt. Als Dankeschön für diese Geste hab ich für morgen mein Kommen zum vorweihnachtlichen Beisammensein zugesagt, was den Jungs ein ehrliches Lächeln entlockt hat. Schön!

Ich weiß nicht, ob das was ich getan hab richtig war. Ich weiß nur, dass wenn ich geschwiegen hätte, ich irgendwann einmal daran erstickt wär. Ich fürchte mich auch nicht vor etwaigen Konsequenzen, nicht einmal vor Sanktionen von dem vom mir kritisierten Geschäftsführer. Ich werde zu den Dingen, die ich kommuniziert habe stehen und es wird mir nicht einmal schwer fallen, weil das ist eben meine Einstellung zum respektvollen Miteinander.

Lieber Gott, ich danke dir für diesen Mut und für diese “Schwäche” in Form eines emotionalen Ausbruches, die im umgekehrten eine totale Stärke ist. Ich danke dir, dass du mich in der letzen Zeit so viel hast erkennen lassen. Ich danke dir, dass du mir zeigst, was mein Weg ist. Und ich verspreche, dass ich ihn gehen werde, was immer mich erwartet.

Hab heute auch die vom Kollegen angeregte und von mir organisierte Spendenaktion für den verunglückten Mitarbeiter in die Endphase gebracht und die ersten Ergebnisse gemeldet bekommen. Es ist so schon zu sehen, dass sich Kollegen aus ganz Österreich zusammentun um dieser Familie eine leichteren Start ins neue Jahr zu ermöglichen. Ich bin wirklich persönlich berührt. Bin schon neugierig, wer den Scheck überbringen wird. Möglicherweise RGL oder. Ich fände es schön, wenn RGL sich der Sache annimmt. Dies würde ihn für mich in ein ganz besonderes Licht rücken. Ich würde mich auch ganz wahnsinnig freuen, wenn man mich als Organisator, als Begleitperson , als Vertreter der Belegschaft quasi, zur Übergabe einladen würde (egal wer den Scheck überbringt), weil von mir sehr viel Gefühl in der Sache hängt. Na, ja - ich will mal meine Hoffnungen nicht zu hoch schrauben. We will see………

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