Traunkirchen
Ein wunderbares Wochenende liegt hinter mir. Wahnsinnig viel Ruhe, herrliches Essen, traumhafter Wein und Roland!!!!
Habe es geschafft, das Gespräch über meine Bedeutung in seinem Leben zu führen. Wenngleich auch das Ergebnis niederschmetternd ist, so ist das Erlebte so schön, dass ich dieses als solches stehenlassen möchte. Roland hat mir (auf meinen Wunsch total direkt) gesagt, dass er keine Beziehung wünsche, daß er keine Bindung eingehen wolle sondern einfach nur sein Leben genießen will. Ich war ziemlich angeschlagen, weil ich so gehofft hatte, er würde für mich nur ein Fünkechen von dem empfinden, was ich für ihn spüre, hab es aber geschafft, darüber hinwegzutäuschen. Natürlich ist es schmerzlich, aber ich mag ihn so sehr, daß es mir am Wichtigsten ist, daß es ihm gut geht. Auch wenn ich damit zu leben habe, dass er vielleicht irgendwann einmal zu jemand anderem gehören wird. Wir haben viel über uns gesprochen. Ich habe ihm gesagt, dass ich sehr enttäuscht über seine Story von den “klappernden Töpfen” war, weil sie ihn in einem ganz schlechten Licht präsentiert hat. Roland hat jedoch erklärt, daß dies eigentlich gar nichtg so sei. Er ist kein “one night stand”-Typ, da er vor seinem Gegenüber viel zu sehr Achtung habe, als daß er solche Geschichten anzetteln würde. Meinen Eindruck vom “bellenden Hund der eigentlich gar nicht beißt” hat er bestätigt, wie auch meine Erkenntnis, daß er ein total sensibler Typ ist, der an nicht ausgeheilten Verletzungen so sehr leidet, dass er nichts Neues zuläßt. Ich habe ihm auf den Kopf zugesagt, daß er eigentlich gar nicht weiß, wer ich bin. Ich sei für ihn nicht greifbar, sagte er, nicht einzuordnen, weil ihm so jemand wie ich noch nie über den Weg gelaufen sein, weil ich in kein “Ladl” passe, weil er nicht weiß, wie mit mir umzugehen. Ich sein fast ein bissl “gefährlich” meinte er - hmmmmm, wie dies wohl zu verstehen ist? Gefährlich weil man in etwas reinkippen könnte, aus dem es dann kein Entrinnen gibt? Gefährlich, weil es jetzt schön ist mir mit, aber irgendwann, wenn ich erreicht habe, was ich wollte, es einfach umschlagen könnte und ich ihn kontrolliere, besitze, bevormunde? Gefährlich, weil unsere Verbindung schmerzlich enden könnte???? Fragen über Fragen - ich habe ihm nur gesagt, daß dies alles eine Frage des Vertrauens sei und ich ihn nie verletzen würde, lieber tue ich mir selber weh.
Tja - und dann, entgegen aller unserer Vorsätze (meine: ich muß das Gesagte akzeptieren und den Rückzug antreten; seine: ich darf sie nicht heranlassen, denn ich möchte keine Bindung) haben wir die Nacht gemeinsam verbracht. Nackt aneinandergekuschelt, sich streichelnd und küssend, sich haltend und nicht mehr loslassen wollend. Tief seufzend (zumindest ich) weil total glücklich, soviel Gefühl spüren zu dürfen und dies ohne aufs Ganze zu gehen, sprich ohne echt Sex zu haben. Wir haben danach lange nebeneinander gelegen ohne zu schlafen. Ich hatte eigentlich gedacht, er ware schon längst hinweggeschlummert, weil todmüde, aber scheinbar ist auch er seinen Gedanken nachgehangen. Es war so schön gemeinsam zu erwachen, wieder aneinanderzukuscheln, sich zu spüren und zu küssen. Und gleichzeitig war alles so selbstverständlich, als wäre es schon immer so gewesen, als würde es nie was anderes geben. Auch das gemeinsame Frühstück und auch der Abschied´, ganz ohne Herzschmerz, ohne Frage nach einem Wiedersehen, ohne irgendwas - nur mit einem Danke für einen schönen Abend.
Bin augenblicklich zu müde, um über das Erlebte weiter nachzudenken. Möchte außerdem noch ein bissl in dieser Erinnerung schwelgen und das Gefühl auskosten solange es noch da ist. Irgendwann in den nächsten Tagen werde ich nachzudenken haben, wie ich jetzt am besten von Roland loskomme, ohne ihm und vor allem ohne mir grenzenlos weh zu tun, weil mein Traum zu Ende ist.