1 Woche - Traum
Heute vor einer Woche war ich schon fast in Traunkirchen. Ich muss grinsen, wenn ich zurückdenke, wie ich im Auto gesessen bin, hochkonzentriert, weil pestiges Wetter, nervös und angstlich und doch so voller Vorfreude auf das Treffen mit Roland. Irgendwie eine schöne Erinnerung und doch augenblicklich so schmerzhaft. Ich seh mich wieder unruhig in Ansfelden Kaffee schlürfen, grad mal 20 Minuten, weil ich’s dort nicht länger ausgehalten hab. Seh mich im Hotel einchecken, melden, dass Roland erst am Abend kommt, allein beim Mittagessen sitzen - mich unwohl fühlend, weil seltsamer Zustand. Aber trotzdem durchgestanden, weil ich mich so auf das Wiedersehen gefreut hatte. Der Nachmittag auf meinem Zimmer, mit Blues und Büchern, das Telefonat mit meinem Salzburger Kollegen, die beginnende Unruhe und die aufsteigende Angst, er Roland würde trotz Zusage nun doch nicht kommen. Das Gefühl, als er sich erst in der letzten Minute gemeldet hat, aber mitteilte, es sei bereits in Gmunden……. Das allein krampft so in meinem Magen, dass ich es nicht beschreiben kann. Das Abendessen, unser Gespräch, das Bild, als ich im Lift meinen Kopf an seine Schulter lehnte und er mich festhielt…..gibt mir ein echt schlechtes Gefühl - ich denke, ich bin an allem Schuld. ICH habe dieses alles herbeibeschworen - vielleicht hätte er es ja gleich gar nicht gewollt und auch nicht getan, wenn ich nicht so offen gewesen wäre. Ich bin traurig.
Hab total schlecht geschlafen - seit langer Zeit wieder einmal geträumt, kann mich aber nur an Bruchstücke erinnnern. Totaler Schwachsinn - in unsere Wohnhausanlage in Wien ist ein Flugzeug gestürzt, möglichweise aufgrund eines Terroranschlages (ha, ha - kommt wohl davon, dass mir gestern eingefallen ist, daß Roland am 11.9. Geburtstag hat). Ich war scheinbar die Nach vorher unterwegs (mit Roland????), bin erst morgens nach Hause angeschlichen und hab die komplette Verwüstung vorgefunden. Riesenkrater, das Haus bis zum 2. Stock einfach abrasiert, Menschen, Rettungskräfte, Polizei - Katastrophenszenario. Ich hab den Namem meiner Familie gebrüllt und Rettungskräfte haben meinen Mann auf einer Bahre an mir vorbeigetragen. War irgendwie froh zu sehen, dass er nicht tot war, aber mehr auch schon nicht. Berndi kam dahergelaufen, erstaunlicherweise ziemlich gefasst und ich bin mit ihm von dort geflüchtet. Irgendwohin - wohin kann ich nicht sagen - aber es war alles abgeriegelt. Verschiedene Polizei- oder Militäreinheiten, gleich einmal gar nicht gut gesonnen, fast wie im Krieg, haben Menschen bedroht und sogar beschossen. Wir haben es in irgendein Haus geschafft, eine herrschaftliche Villa - die Flugzeugkatastrophe stand nicht mehr im Mittelpunkt - nur mehr unsere Flucht, ich weiß icht einmal wovor - und haben uns dort (komischerweise mit einer 3. Person - Claudschi????) im Keller versteckt…. Wie’s weiter ging, weiß ich nicht.
Die ganze Zeit überleg ich, was das soll. Normalerweise würd ich so etwas als “Schmarrn” einfach abtun, aber es gelingt mir nicht. Ich hab diesen Traum permanent im Kopf. Erkenne irgendwie das Thema “Zerstörung” und “alles ist kaputt” und auch das Thema der “Flucht” - kann aber damit nix anfangen. Was bitte sehr ist kaputt? Meine Ehe? Das ist ja sowieso der totale Schwachsinn, denn die gibts seit Jahren nicht mehr. Die Verbindung zu Roland? Auch ein Blödsinn, denn die hat’s nie gegeben!!! Ich bin mit Berndi auf der Flucht - gut so - aber wovor???? Wovor laufe ich davon? Was macht mir so Angst? Ich habe Claudschi an meiner Seite - ja, sie hat mir tatsächlich in meiner augenblicklichen Situation Hilfe angeboten. Ich kenn mich überhaupt nicht mehr aus….
Versuche heute meine Gedanken zu ordnen. Versuche Rolands Zurückweisung nicht an meiner Person festzumachen (ich bin zu häßlich, zu dick, zu blöd, zu…….) sondern versuche mir einzuhämmern, dass er eben bloß kein tieferes Gefühl für mich empfindet. Es ist so schwer, dies zu akzeptieren….
Werde mich bemühen, den heutigen Tag sinnvoll zu nutzen. Die Wohnung gehört auf Vordermann gebracht und auch die Wäsche gemacht. Vielleicht bringt mich das ein bisschen weg von dieser Hirnwichserei.
Danke an Lilli an dieser Stelle - es tut irgendwie total gut ein bissl was Tröstendes zu hören. Bin nur augenblicklich nicht in der Lage, große Worte darum zu machen, aber ich freue mich fürchterlich über diese Geste, weil sie ein bissl Wärme in meine Einsamkeit bringt. Irgendwann Lilli, irgendwann - wenn alles vorbei ist - kann ich’s sicher besser ausdrücken und werde es dann auch tun. Nur jetzt kann ich nicht so wirklich, weil mich wieder einmal das Gefühl das Hirn besiegt hat…..