Streets of Laredo
Wollt heute eigentlich länger schlafen, weil ich wirklich total erledigt bin. Die letzte Nacht war wieder ein Greuel. Zuerst todmüde eingepennt, fast ohnmöchtig, aber etliche Male aufgewacht - ich weiß eigentlich gar nicht warum. Kann mich nicht entsinnen, irgendwas geträumt zu haben. Mit im Bett kuscheln ist dann auch nix geworden. Mußte Bernd aus den Federn beuteln, weil Schule und ab dem Moment, wo ich das erste Mal aus dem Bett gehüpft bin hat “kuscheln” für mich einfach einen herben Beigeschmack. Obwohl todmüde war ich nich in der Lage nochmals ins Bett zu kriechen.
Beschäftige mich seither mit (meiner) Musik. Hab Reba McEntire gehört, viele bedeutungsvolle Texte fast 1:1 auf meine Situation umlegbar. Irgendwann hab ich’s dann nicht mehr gepackt, hab mich gezwungen Frühstück zu essen und habe jetzt Olivers CD ausgefasst. Ist irgendwie gar nix für meine augenblickliche Stimmung und tut mir trotzdem gut. Es ist einfach schön Olivers Stimme zu hören. Hab beim zuhören über ihn philosophiert, über seine unnahmbare Art, mit der niemand zurechtkommt. Auf manche wirkt er total versnobt, für manche ist er ein eingebildetes Ekelpaket, für manche ist er eiskalt und aalglatt, für manche wiederum der große Hero, Herr Adabei, der große Herr Jurist. Viele drängen sich in seinem Dunstkreis weil er doch ORF-Reporter ist. Waaaaah - da könnt ich kotzen! Für mich ist er ein total liebenswürdiger Kerl und ich glaube zu wissen, dass er genauso emfpindsam ist wie ich. Ich hab das manchmal schon bei David angesprochen, der sich aber darüber nicht so wirklich auslässt. Nun - in Wahrheit ist es ja auch egal. Die Conclusio aus meiner “Hirnwixerei” ist, dass Olivers Weg nicht einmal so schlecht ist. Indem er eine verschlossene, wortkarge Art an den Tag legt, hält er sich die Menschen vom Hals, die er grad nicht brauchen kann und schützt sich so vor jeglichen Unliebsamkeiten und natürlich auch vor Verletzungen. Olivers perfekte Rhetorik und sein fast übertriebenes Hochdeutsch tut das Übrige dazu und hält ihm sowieso beinahe alle fern. Klingt jetzt total komisch, aber dieses Verhalten ist augenblicklich etwas, was mir innerlich erstmals ein bissl ein warmes Gefühl und Sicherheit gibt. Ich möchte gerne versuchen, ein bisschen was davon anzunehmen, vielleicht schaffe ich es damit, schneller auf die Beine zu kommen. Distanz nicht nur zu signalisieren, sondern sie auch zu leben - nicht für alle natürlich -meine Mädels von Kundenservice, Claudschi, Michi und die mir lieb gewordenen Menschen wie Lilli und Vivian hier sindnatürlich ausgenommen. Aber der Rest der Welt soll mir bitte nicht mehr nahekommen, augenblicklich nicht.
Meine Gefühle schwanken noch immer hin und her, manchmal treibe ich immer noch wie ein Blatt im Wind, aber erstmals sehe ich einen ganz winzigen Lichtschimmer. Bin nächsten Samstag mit David und Claudschi beim Edlmoser im 23. - Oliver und Manfred spielen dort. Ich freue mich darauf, Oliver zu sehen.
Tja - so hat “Streets of Laredo”, das mir zuerst gleich gar nicht so zugesagt hat, nun doch was Gutes bewirkt, erstmals ein leichtes Durchatmen nämlich….