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wie eine Lady….

Mehr oder weniger beschissener Tag. Hab erst sehr spät einschlafen können und bin in der Nacht schon wieder etliche Male aufgewacht. Das kotzt mich jetzt schon wirklich an. War natürlich in der Früh gerädert und knapp daran, das Büro sein zu lassen. Wobei heute wars gleich gar nicht soooo schlimm, die Jungs sind ja Gott sei bis einschließlich Mittwoch auf der Beiratssitzung. Da ist wenigstens halbwegs Ruhe und ich kann tun und lassen was ich will. Das einzige Übel in diesem Schuppen sind die Kollegen. Mann, ich kann niemanden beschreiben wie sehr die mir eigentlich schon auf die Nerven gehen. Die Mädels vom Kundenservice waren heute auch nicht sehr gesprächig. KKO ist krank, kommt erst am Mittwoch wieder. Schöner Schaden. Also nicht wirklich jemand zum plaudern da. Na, ja - da kann man nix machen. heute sind meine neuen Bücher von Amazon geliefert worden. Hans Kruppa “Der Kuss des Schmetterlings” hab ich mir gleich im Büro gekrallt. Liest sich angenehm, total leicht - ein Roman eben, der aber für mich total gute Aussagen enthält. Wohl aus dem Zusammenhang gerissen, aber trotzdem für mich augenblicklich markant die nachstehenden Aussagen, die ich mir beim Lesen ganz spontan angezeichnet habe. Ich muss sie hier notieren, damit ich sie für heute wiederhole:

- Wer es sich nicht leisten kann, spontan zu sein, kann es sich nicht leisten frei zu sein. Und wer es sich nicht leisten kann, frei zu sein, kann es sich nicht leisten zu leben.

- Sich gegenseitig mit Worten zu überhäufen ist die beliebteste Art, sich vor der bitteren Wahrheit zu drücken.

- Das Wundervollste im Leben fängt dort an, wo die Sprache aufhört.

- Manche Leute reden immer nur von Ihrer Freiheit und meinen nur ihre Angst vor einer Liebe, die größer werden könnte als ihr Egoismus.

- Offenheit ist eine magnetische Kraft, die das Glück anzieht, während Angst vor schlechten Erlebnissen meist gerade die Enttäuschungen herbeiführt, vor denen sie dich angeblich schützen will.

- FÜR VIELE BIN ICH EIN EXOT, IRGENDWIE ANDERS, SCHWER EINZUSCHÄTZEN.

- Alles ist vergänglich. Ein Grund mehr, das Gute in vollen Zügen zu genießen. Vieles scheitert. Eine Chance mehr, aus Fehlern zu lernen und es in Zukunft besser zu machen. Überall lauern Gefahren, Schmerzen, Krankheiten, Verletzungen, Enttäuschungen. Bloß keine Angst vor ihnen haben! Die Hunde des Schicksals beißen am liebsten die Angsthasen.

- Sage mir, was du liest, und ich sage dir, wer du bist.

- Sieht man die Liebe als ein seelisches Lebensmittel, ernähren sich viele Menschen von vertrockneten, verdorbenen Gefühlen. Kein Wunder, daß es ihnen chronisch schlechtgeht. Man ist, was man ißt.

- Du hast erst dann die Chance, glücklich zu sein, wenn du glücklich sein willst. Solange du in deine Probleme, deine Unzufriedenheit und deine Enttäuschungen verliebt bist, wird das Glück dich meiden wie eine ansteckende Krankheit.

Habe mit BP telefoniert. Sich einmal in der Woche zu melden ist quasi schon so was wie ein Ritual. Ihm gehts gut mit seiner neuen Bekanntschaft, das freut mich. Hat mir wieder sehr aufmunternd zugesprochen und mir wieder in Erinnerung gerufen, wie eine Lady aus der Roland-Geschichte auszusteigen. Nun, das ist gleich gar nicht so einfach. Natürlich würde ich das gerne, nur leider habe ich mir schon einige “Schnitzer” erlaubt, die dem Verhalten einer Lady nicht unbedingt gleich kommen. Meine privaten Anrufen zum Beispiel - ganz so angenehm sind die mir gleich gar nicht. Geschäftliche Korrespondenz funktioniert schon recht gut. Meine Wortwahl ist soweit professionell, als dass Nachrichten wohl auf der vertrauten “DU”-Schiene laufen, aber wirklich nur geschäftlichen Inhalt und geschäftliche Grußformel beinhalten. Kein privates Wort mehr, kein Punkt zum anknüpfen, nichts was man(n) als Strohhalm greifen könnte. Manchmal überkommt mich allerdings immer noch die Sehnsucht und ich suche krampfhaft nach “Brocken” die ich ihm hinwerfen kann um eine Reaktion zu erwirken. Davon muss ich weg - ich weiß bloß noch nicht, wie ich das am g’scheitesten bewerkstellige. Disziplin - glaub ich - heißt das Zauberwort. Ich möchte dies unbedingt in die Reihe kriegen, ich möchte wirklich nicht wie ein sich permanent anbiedernder Trampel aus dieser Geschichte aussteigen. Ob ich das schaffen werde? Vielleicht sollte ich Gott um Unterstüzung und Rückenstärkung bitten. Ob er micht hört? Ob er mir hilft? Wenn es so ist, dass wir Menschen alle seine Kinder sind, dann ist ja der Umkehrschluß der, daß er ein Vater ist. Ein Vater würde so was tun. Ein Vater würde sein Kind nicht “anrennen” lassen. Ich als Mutter tu’s zumindest nicht. Also gehe ich mal davon aus, dass ich auf Gottes Hilfe vertrauen kann und werde mich weiter bemühen, Roland mit Stil loszulassen….

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