die ersten Tage danach
sind nicht so fein. “Sortir c’est toujours un peu mourir” fällt mir dazu nur ein. Irgendwas in mir ist wirklich tot, ich kann nur nicht orten, was es ist. Ich denke oft an Roland, versuche mir vorzustellen, wie er aussieht und es fällt mir schwer. Wenn ich die Augen schließe, kommen manche Bilder wieder hoch, er selbst als Person ist wohl verschwommen, aber das Gefühl, dieses verdammte Gefühl ist immer noch da. Ich verspüre genau dasselbe Krampfen im Bauch, wenn ich mich an die Weihnachtsfeier, seine Berührungen, seine Lieder für mich, seine Blicke erinnere. An Traunkirchen, das Aneinanderkuscheln darf ich gar nicht denken, da könnte ich fast in die Knie gehen……
Aber ich glaube, jetzt endlich ist der Kopf soweit, dass er begreift, dass eben ist was ist - ein ENDE, dass es niemals wieder wird und hat das Hoffen aufgegeben. Fühlt sich total komisch an. Aber der ganz große Schmerz und die Hilflosigkeit sind augenblicklich weg. Es ist nur mehr die Traurigkeit da und eine gewisse Leere, Hand in Hand mit der Erkenntnis, dass Roland einfach anders ist, als ich geglaubt habe. Ich tu mich ein bissl schwer, mit diesem neuen Bild. Ich weiß immer noch nicht, ob ich wirklich richtig “sehe”. Ich werde es aber so schnell nicht ergründen können und irgendwann wirds entweder nicht mehr wichtig sein oder in dieser Form die alten Vorstellungen übertüncht haben…..SCHADE!
Habe heute wieder einmal mit Richard telefoniert. Muss zugeben, dass mich dieser Mann echt fasziniert. Habe ihn heute gebeten, mir beim “Gabarinzafest” für die Herren Gesellschafter, Beiräte und Hochwohlgeboren samt Roland zu assistieren. Mir wäre sehr viel daran gelegen, weil ich Angst habe, Roland gegenüberzutreten. Mit Richard, welcher dort eine Weindegustation “zaubern” bzw. auch nur das von Roland verwettete, schweineteure Gesöff entsprechend richtig dekantieren und vorbereiten könnte, würde ich mich sicher fühlen. Außerdem ist Richard durchaus herzeigbar (irgendwie der selbe Typ wie Roland, aber fescher), charmant, witzig und gescheit. Bietet sich förmlich an, ein bissl mit ihm “anzugeben” - wobei: dies klingt jetzt total gemein, so als ob man ihn benutzen wollte. So meine ich’s gar nicht, ich kann ihn total gut leiden und er ist mir sympathisch, jetzt wo ich Lucio Dalla höre, denke ich an ihn und muss lächeln, weil er ein herziger Typ ist.
Habe soeben mit Claudschi telefoniert, welche mir morgen die Kontakte zukommen lässt, welche Richard für sein neues Produkt brauchen könnte. Ich würde ihm damit gerne Freude machen - einfach so! Haben auch über Roland philosophiert und jetzt, mit der angenehmen Musik in den Ohren, komme ich zu dem Schluß, dass der Roland, den ich seit unserem Abschied in Traunkirchen bzw. den unmittelbar darauffolgenden Tagen präsentiert bekomme nichts, rein gar nichts mit “meinem” Roland zu tun hat. Hmmmm - es ist grad so, als ob ich’s mit 2 verschiedenen Menschen zu tun hätte. Komisch, echt komisch - darüber muß ich echt nachdenken.