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mixed emotion

Der erste prachtvolle Hochsommertag! Noch dazu hab ich frei. Normalerweise ein Tag wie geschaffen für gute Laune und prädestiniert für Unternehmungen der diversesten Natur. Garten, Swimmingpool, Grillen, etc. - aber danach ist mir momentan gar nicht. War heute morgens bereits im UKH, Gipsabnahme mit Bernd. Ächz - war mühsam, echt lähmend, zumal wir eine Stunde unnötig beim Röntgen gewartet haben. Bernd hat mal wieder nicht aufgepasst und nicht mitbekommen, daß mit Kabine 3 jene in der Nachsorge gemeint war. Und das Personal beim Röntgen war nicht in der Lage, uns darauf aufmerksam zu machen, daß wir hier vollkommen falsch sind!!!! Ich bin ausgezuckt: War echt sauunfreundlich, aber das ist mir erst viel später bewußt geworden. Na, ja - was soll’s, es hat der Schreibkraft auf jeden Fall gebührt. Ich krieg eben echt die Krise, wenn jemand nicht mitdenkt…..

Nach dem Krankenhaus bin ich dann nach Haus und versuche, es mir halbwegs lebenswert zu machen. Irgendwie muß ich wieder in den Alltag zurückfinden. Berndi kommt Mittags von der Schule und ich muß somit kochen. Wääh - es freut mich überhaupt nicht, aber es gehört eben zur Normalität dazu. Ebenso wie Wäsche bügeln, Hausübung überwachen und für die Englisch-Schularbeit lernen. Nun denn, frisch ans Werk! Es ist wohl überhaupt nicht “meines”, aber es vertreibt die Zeit und vielleicht auch die trüben Gedanken. Wobei - ich will ja jetzt keine großen Reden schwingen - ein ganz klein wenig besser geht’s heute schon. Nicht gerade weltbewegend, aber ein ganz kleiner Schimmer in meinem Hirn, der ganz zaghaft ein “es ist wie’s ist” leuchtet. Und es ist eben nichts, zwischen Roland und mir. Er denkt eben nicht an mich und er vermisst mich auch nicht. Er lebt sein Leben, wie immer dieses auch aussehen mag, und in diesem ist kein Platz für mich. Ganz einfach! Es ist also sinnlos, permanent “an seine Tür zu klopfen”. Auch wenn ich’s gern anders hätte, die “Klopferei” bewirkt genau nichts, außer vielleicht eine solzgeschwellte Brust, weil man(n) sich für unwiderstehlich hält und bei mir den Verlust meiner Selbstachtung. Es zieht mich sowieso immer runter, wenn ich wieder einmal den Versuch gestartet hab, ihm zu zeigen wie sehr ich ihn mag und darauf keine Reaktiion kommt. Tja, was habe ich mir eigentlich erwartet? Daß er ausgerechnet MICH mögen sollte? Lächerlich! Es gibt sicher genügend Frauen, die auf ihn abfahren. Nicht weil er so wunderbar ist, aber weil sein beruflicher und gesellschaftlicher Status doch einiges an Sicherheit erwarten läßt. Ja - und das ist es ja auch, was er erzählt. Ein Buch könne er schreiben, ein Buch über Frauen! Mag ja schon sein, aber mit Sicherheit ist noch keine wie ich darin vorgekommen! Nicht weil ich so besonders bin, aber anders, ganz anderes als die Anderen. Damit muß man eben auch mal erst umgehen können. Was verlange ich überhaupt, ich kann’s ja oft selber nicht! Manchmal denke ich, ich weiß selbst viel zu wenig von mir. Ich sollte mich - anstelle der Hirnwichserei um das Nichts mit Roland - besser mit mir selbst beschäftigen. Vielleicht sollte ich auch ein bissl verständnisvoller mit mir umgehen, ein bissl freundlicher, ein bissl fürsorglicher, ein bissl den Druck rausnehmen, ein bissl die Erwartungen an mich selbst runterschrauben. Vielleicht ist das des Rätsel’s Lösung - who knows?

Ein bissl Traurigkeit macht sich breit.Aber immerhin kann ich’s mir eingestehen und brauch - weil ich ja allein zu Haus bin - nicht die “Lachmaske” aufsetzen. Während ich hier schreibe höre ich Katie Melua “Learning the blues”, sicherlich schon zum x-ten Mal, aber das ist irgendwie beruhigend…..

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