Wissenschaftliches
Dies ist heute bereits mein 2. Eintrag und in meiner momentanen Verfassung bzw. mit meinem augenblicklichen Forschungsdrang könnten es noch einige werden… ;o)
Hab heute mit Lilli über Killerphrasen, welche im letzten Gespräch mit Roland gefallen sind gesprochen und allein diese Erkenntnis hat mich bewogen, über Kommunikation im Allgemeinen nachzudenken. Wer kommuniziert wie und vor allem, was will man(n) damit ausdrücken, bewirken, etc. Nun - es ist wohl schon eine Weile her, daß ich mich so intensiv mit Sprache und deren Hilfsmittel auseinandergesetzt hab, aber dank meiner alten Unterlagen und dem blitzeschlauen Internetz dämmern doch wieder einige Grundregeln, wie z.B.
In vielen beruflichen wie privaten Gesprächen kommt es vor, daß jemand NICHT das echte Überzeugen des Anderen im Auge hat und eine ECHTE AUSEINANDERSETZUNG, aus welchen Gründen auch immer, ABBLOCKEN möchte. In dieser NICHT PARTNERSCHAFTLICHEN KOMMUNKATION greift man dann gerne in den “rhetorischen Giftschrank”, der die nachstehenden wichtigsten Strategien und Methoden des UNFAIREN ARGUMENTIERENS enthält:
BEEINDRUCKEN (um Argumente aufzupäppeln) geschieht durch Imponiergehabe, Meinungen als Fakten ausgeben, Zitieren, Bonmots, Analogien, Personalisieren
MANIPULIEREN (den Anderen in seiner Entscheidungsfreiheit beeinträchtigen) geschieht durch Bonmots, Emotionalisieren, Andeuten, Scheinalternativen, Selbstbekehrung, rhetorische Fragen
VERTEIDIGEN (um jeden Preis negative Bewertung des eigenen Standpunktes abwenden) geschieht durch Relativieren, Einwände vorwegnehmen, Retourkutsche, Personalisieren, Ausweichen
ABSCHLIESSEN (positive Bewertung des gegnerischen Standpunktes verhindern) geschieht durch gesunden Menschenverstand, verunsichern, Übertreiben, Verunsichern, so tun als ob
Dazu kommen die echten Killerphrasen, Scheinargumente, welche nur dazu dienen die Ideen eines Anderen als zur Problemlösung nicht geeignet hinzustellen bzw. den Anderen mundtot zu machen. Ein
“warten wir doch erst ‘mal ab … ”
“die Zeit ist augenblicklich nicht reif dafür”
“die Sache muß reifen”
sind die Paradeaussagen des “Offenhalters”, also von jenem, der sich nicht festlegen kann und festlegen will, den man bei der Teamarbeit in den zerstörerischen Rollentypus einordnet.
Das ist es also!!!!! Warum hab ich nur so lange gebraucht und es zu erkennen! Natürlich kann man diese Theorie nicht 100%ig auf Roland umlegen. Wie immer gibt es Mischvarianten und Grauzonen, aber es kommt ziemlich gut hin. Ich glaube nicht einmal, daß Roland absichtlich so agiert. Um ehrlich zu sein, für so schlau halte ich ihn gar nicht. Er ist einfach schon im Grunde seiner Seele so und das läßt sich so einfach nicht ändern. Ich sage nicht, daß es nicht zu ändern wäre, ich sage nur, daß dazu einfach wahnsinnig viel Beschäftigung mit sich selbst notwendig wäre. Meiner Meinung nach erkennt er nicht einmal, wie er eigentlich wirklich ist. Er hetzt einer Idealvorstellung, die ihm mal die/der Eine, mal die/der Andere in den Kopf setzt hinterher und versucht das zu sein, was das Gegenüber grad von ihm erwartet. Daher auch damals die Frage, welche Erwartungen ich denn an ihn stellen würde. Mir geht endlich ein Licht auf!!!!!! Gott, wie erlösend!!!! Die Kehrseite der Medaillie ist natürlich, daß ich einem Trugbild aufgessen bin. Das vermeintliche Besondere an ihm war nichts anderes als ein “Abkupfern” meines Verhaltens, möglicherweise weil er schon gerne so sein möchte, möglicherweise weil es ihm gefällt, möglicherweise weil er annimmt, damit zu “everyone’s darling” zu werden, weil ich es eben bin. Was er aber nicht sieht, der Gute, ist, daß das Leben des “Besonderen” mit Müh und Plag gepflastert ist und daß der Erfolg, die Anerkennung und der Respekt echt total schwer erarbeitet wurde. Das ist nicht von heut auf morgen entstanden, das wurde mir auch nicht in die Wiege gelegt - das Potential dazu vielleicht, aber diese Grundlagen einzusetzen bzw. das Richtige daraus zu machen, war eine Heidenarbeit und AUF DIESE BIN ICH GANZ MÄCHTIG STOLZ!!!!!
Hmmmm - in Sachen Liebe also wieder eine absolut unerfreuliche Erkenntnis, aber besser als das Trugbild und das Tappen im Dunkeln, dem ich bislang ausgeliefert war. Es ist schon so wie Roland gesagt hat: ICH muß eine Entscheidung treffen (ha, ha - jetzt merk ich erst, wie leicht er sich’s damit wieder einmal gemacht hat) und ich glaube, ganz im Innersten habe ich sie schon getroffen. Es hapert nur noch an der konsequenten Umsetzung. Aber immerhin ist Freitag nachmittag und ich habe mich noch immer nicht in Erinnerung gerufen. Die Hälfte des langen Wochenendes ist bald um, nur mehr 3 x schlafen und dann ist Büroalltag. Wenn ich es schaffe, mich bis Montag nicht zu rühren, dann ist der 1.Schritt geschafft. Ein Ziel? Ich muß lächeln! Ja es ist ein Ziel - ein verrücktes zwar, aber vielleicht eines, daß mich Stück für Stück näher zu meinem Seelenheil bringt.