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Stimmen aus der Vergangenheit

Als ich heute im office meinen Posteingang geöffnet hab, hab ich meinen Augen nicht getraut. Eine Email von Wolfgang - ein “Gschicht’l”. mittlerweile gut 2 Jahre zurückliegend, ähnlich der Roland-Story, allerdings mit niveauvollerem “Abgang”. Ich bin immer noch mehr als erstaunt und frage mich, warum er möchte, dass wir uns treffen. Wir hatten bisher keinen Kontakt (Geburtstagsglückwünsche und Weihnachtsgrüße ausgenommen) und ich hätte auch nie daran gedacht, diesen wieder aufleben zu lassen. Zugegeben - wie ich seiner Mail entnehmen konnte - es hat sich in seinem Leben einiges verändert. Nach unserer Trennung ist er zu seiner Frau zurückgekehrt (dies war ja der eigentliche Grund) und dies ist - wie ich es von Anfang an gewußt hab - natürlich nicht gut gegangen. Jetzt aber hat er, so schreibt er, die große Liebe gefunden (was Besonderes, Supertolles) und ist totz oder wegen der im August anstehenden Scheidung und aktueller Wohnungssuche Zitat: “ur-happy”. Er möcht wissen, wie’s mir geht, ob ich noch fliege und ob wir uns, gemeinsam mit seiner Freundin, welcher er alles über uns erzählt hat, nicht vielleicht treffen wollen. Hmmmm - nun dies mutet mir sehr seltsam an, aber eigentlich spricht nichts dagegen.

Rückblickend muß ich sagen, daß mir wohl die Trennung damals schwer zugesetzt hat und ich ihn lange Zeit als riesiges A………. gesehen hab. Mein Gemüt hat sich aber schon lange wieder beruhigt, ich sehe die Dinge heute anders. Von “zusammen gewesen sein”, so wie er es heute bezeichnet hat, kann in meinen Augen nicht die Rede sein. Es war bestenfalls eine kurze, zumindest von meiner Seite eine sehr intensive Leidenschaft, aber mehr schon nicht. Die Sache und der dazugehörige Trennungsschmerzes haben aber auch was Gutes an sich gehabt. Ich hab ein Verhalten kennengelernt, von dem ich heute weiß, daß ich ein solches in einer Beziehung nicht haben möchte. Außerdem war Wolfgang der einzige, der jemals zu seinem Verhalten Stellung genommen hat. Zugegeben - gewissermaßen erzwungener Weise - aber immerhin, er hat ein Statement abgegeben und das läßt mich die Geschichte einfach als erledigt ablegen. Ohne herben Beigeschmack, ohne weiteres Gekränktsein, ohne auf ihn bös zu sein. Find ich eigentlich schön.

Hab ihm heute auch mitgeteilt, daß ich mich sehr für ihn freue. Irgendwie ist’s ja auch wirklich so, wenngleich auch ein bissl Wehmut aufkommt, weil auch er, so wie alle anderen “ur-happy” ist, während ich allein und fast ein bissl einsam durchs Leben stolpere. Klingt jetzt bös, ist aber gar nicht so gemeint. Ich vergönne allen meinen EX ihr Glück, ich tät nur auch gern für mich ein bissl was davon haben wollen. Na, ja - mal sehen - vielleicht kommt’s ja irgendwann. Ich kann ja sowieso nix ändern.

Frage mich nur, warum sie immer wieder aus der Versenkung auftauchen. Ist ja grad so, als wollten sie mir zeigen, dass sie es auch ohne mich “geschafft” haben. Hmmm - als ob es daran was zu zweifeln gäb. Jeder ist ersetzbar! Na, ja - vielleicht hab ich ganz tief im Inneren bislang wirklich daran gezweifelt, was weiß ich? Oh Gott - Abgründe tun sich auf - ich will gar nicht weiter darüber nachdenken. Macht nur einen wirren Kopf und abgesehen davon bin ich zu müd dafür…..

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