….eine Aussage, welche seine Exfrau über Roland getätigt hatte. Wie ich gestern feststellen konnte, nicht einmal so ganz zu unrecht. Roland mich gestern wegen einer weiteren Hotelreservierung angerufen. War scheinbar in guter Laune und hat versucht, ganz wenig Privates (nämlich die rein rhetorische Frage nach meinem Befinden und der vorletzten Wochenendbeschäftigung) einzuwerfen, die ich aber ganz emotionslos, kurz und bündig mit “planmäßig” und “schön” abgehandelt hab, zumal ich auf meine SMS von diesem bewußten Wochenende keine Antwort bekommen hab und für mich diese Sache der Vergangenheit angehört. Er hat meine Aussagen gleich gar nicht mitbekommen, was noch mehr darauf hinweist, daß es sich eben nur um Floskeln und nicht um persönliches Interesse gehandelt hat, was mich dazu veranlaßt hat, dem Hotel aufzutragen, die Reservierungsbestgätigung gleich direkt zu mailen, sodaß ich gleich gar keinen Kontakt aufnehmen muß. Ein Schurkenstreich par excellence, so was war noch nie da. An sich ein Schlag, der jedes noch so beschränkte Gehirn zum Denken anregen müßte. Möglicherweise hat er’s ja auch getan, denn 20 min später kam eine Mail, mit den noch ausständigen Gästenamen für die Hotelreservierung zum Fendrichkonzert, ein angebliches Kundenevent, für welches ich mir den Arsch aufgerissen hab um noch Karten zu bekommen (weil’s wieder einmal keiner geschafft hat, diese zu organisieren). Tja - und dann hab ich geglaubt mich trifft der Schlag! Bei den ach so guten Kunden, für denen einem nichts zu teuer ist, handelt es sich - man soll’s nicht glauben - um Rolands Skatfreundin und deren Begleitung (wahrscheinlich ebenfalls weiblicher Natur). Blöd wie er ist, hat er nur Titel und Familienname gemailt (scheinbar weil er nicht möchte, daß ich Verdacht schöpfe), keine Geschlechtsbezeichnung, geschweige denn einen Vornamen. Leider weiß er nicht, daß ich weiß, wie denn jene Frau Doktor aus Graz heißt, mit der es einmal Zitat “….dann intim geworden ist”!!!!!
Als ich das gesehen hab, hab ich geglaubt, ich kotz mich an! Hält mich doch allen Ernstes für beschränkt, will mich scheinbar provozieren (denn die Namen hätter er direkt auch ans Hotel mailen können, und noch dazu gleich vollstgändig, denn denen wird’s wurscht sein, mit welchen Weibern er anrattert) und vor allem versucht er mich durch laue Aussagen wie “….die Sache muß reifen” warm zu halten, weil man mich ja immer wieder brauchen kann!!!!!!!!!! Das ist echt der Gipfel! Gott, was bin ich froh, daß ich mich bereits mit der Tatsache angefreundet hab, mich von ihm zu distanzieren. Diese Charakterlosigkeit macht die Sache erheblich einfacher. Mit solchen Menschen will ich nix zu tun haben. Beruflich kann ich’s zum Teil auf ein absolutes Mindestmaß reduzieren, privaten Kontakt möchte ich keinen mehr aufkommen lassen. Eine Erklärung würde ich gerne abgeben - ich hätte gerne, daß er weiß, was ich von ihm denke. Nicht das es etwas ändern würde, nichts in seinem Verhalten und nichts an meiner Meinung. Ich möchte es einfach nur loswerden. War schön, wenn sich irgendwann die Gelgenheit dazu ergäbe, ihm zu sagen, daß auch ich mich dem Zitat seiner Exfrau nicht verschließen kann…..
Bin aufgrund dieser Aktion dann umgehend vom Büro abgedampft und hab mir an Nachhauseweg, nachdem der Adrenalinschub abgeklungen ist, die Sache durch den Kopf gehen lassen. Komme wieder zum Schluß, daß Menschen eben so sind, wie sie sind. Manchmal gelingts Ihnne, sich “im Sonntagsgewand” zu präsentieren und das vorzugaukeln, was sie denn gerne wären. Aber diese Maskerade hält nicht, sie fallen in ihre normalen Muster und Vorgangsweisen zurück, vor allem: sie ändern sich nicht. Dies als schwacher Trost für mich. Auch die Grazer Frau Doktor wird noch ihr blaues Wunder erleben. Ihr wird’s nicht anderes ergehen als mir, denn Roland wird seine Angewohnheiten nicht ablegen, für nichts und niemanden, dazu ist er viel zu unflexibel, engstirnig, feig und konservativ. Und sollte diese Verbindung wider erwarten doch funktionieren, dann ist es gut so, denn dann haben sich eben 2 gefunden, die sowieso nie mit jemand anderen hätten leben können.
Mein schlaues Loslassen-Buch war mir gestern eine wertvolle Stütze. Erstmals zweifle ich nicht mehr an der Richtigkeit meiner Entscheidung, Erstmals fühle ich ganz leicht das Gefühl der Verpflichtung, mir meinen Stolz, meine Selbstachtung, meine Unabhängigkeit unbedingt erhalten zu müssen. Im Kapitel “was, wenn?” ging’s gestern darüber, daß dieses berühmt-berüchtigte “was wäre wenn”-Denken (welches ja für mich ein ganz großes Thema ist) ein Überbleibsel unseres Denkens, Fühlens und Verhaltens aus der Co-Abhängigkeit ist. Fakt ist, daß due Reaktionen, Gefühle, Neigungen oder Abneigungen anderer unsere Verhaltensweisen, Gefühle und Richtung nicht bestimmen dürfen. wir müssen nicht darüber bestimmen, wie andere auf unsere Entscheidungen reagieren. Wir können darauf vertrauen, daß mir mit Hilfe unserer Höheren Macht jedes Ergebnis - ob angenehm oder unangenehm - in den Griff bekommen!
Und auch das heutige Kapitel “Direktheit” zeigt mir, daß ich bereits immer auf dem richtigen Weg war, es aber bloß nicht glauben konnte, weil’s mir bislang niemand bestätigt (ganz im Gegenteil, Roland z.B. hat mich kritisiert…) hat. Es besagt, daß wir uns im Kreis von direkten, ehrlichen Menschen wohlühlen, weil diese ihre Meinung sagen und man weiß, woran man ist. Indirekt Menschen (hör gut zu, Roland *ggg*), die sich scheuen zu sagen, wer sie sind, was sie wollen und was sie fühlen, sind nicht vertrauenswürdig. Sie bringen ihre Wahrheit auf andere Art und Weise zum Ausdruck, auche wenn sie sie nicht direkt aussprechen. Und das trifft andere (MICH!!!!!) oft überraschend. Direktheit spart Zeit und Energie. Sie macht unsere Opferhaltung, unsere Märtyrerrolle und Tricks überflüssig; sie trägt dazu bei, daß wir unsere eigene Stärke anerkennen; sie schafft respektvolle Beziehungen. Man fühlt sich geborgen im Kreis von direkten und ehrlichen Menschen!!!
Uff - alles von der Seele geschrieben. Tut das gut! Erstmals das Gefühl, etwas gegen die vor Monaten entstandene innere Leere getan zu haben. Erstmals das Gefühl, wieder ein bisschen Boden unter den Füßen zu haben. Erstmals ein ganz klein wenig Zufriedenheit!!!!!
Hab heute nachmittag per Mail eine Einladung von Richard bekommen. Ganz direkt und unverblümt schreibt er “seiner Zauberfee”, daß er einen neuen Wein zu verkosten hätte…. Nun, das hört sich ja gut an. Ich werde ihm morgen antworten und für die nächsten Tage was ausmachen. Wird mir gut tun. Ich freu mich.