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verletzte Eitelkeit & eine neue Herausforderung

June 10th, 2005

Heute ist das Fendrich-Konzert, welches Roland mit seiner “Skatfreundin” auf Firmenkosten besucht. Soweit ich mitbekommen habe, war er sogar in Wien. Na, ja - außer daß ich mich bei diesen Gedanken fast übergeben möchte, weil ich mich noch immer total ausgenutz fühle - geht’s mir mit der ganzen Sache nicht so schlecht. Es ist wahrscheinlich nur die verletzte Eitelkeit, die dieses Gefühl ich mir aufkommen läßt, aber das werde ich schon noch in den Griff bekommen. Gemini hat vollkommen Recht. Ich habe schon viel zu lange in Selbstmitleid gebadet. Damit muß jetzt sukzessive Schluß sein. Gott sei Dank kann ich meine “Affenliebe” zu ihm schon ganz gut handlen, keine “Herzschmerz”-Gefühle mehr, nur mehr ein müdes Schulterzucken für all die Aktionen. UND - kein Bemühen um Kontakt, kein Sinnen auf Aussprache nur mehr ein Trachten, ihm so weit es geht aus dem Weg zu gehen, weil eben seine Lebenseinstellung mit meiner nicht konform geht….. Bin schon ein bissl stolz auf mich.

Hab das große Glück, in der Firma mit der alleinigen Organisation einer internationalen Konferenz aller europäischen Geschäftsführer (über 100 Personen) betraut worden zu sein. Uiiiiii - das ist DIE Herausforderung schlechthin. DIE Gelegenheit, sich internationale Reputation zu verschaffen, denn bislang wurden diese Meetings immer in Deutschland abgehalten; waren wohl gut gemacht, aber der “Drive” hat gefehlt. Hab von meinem allerobersten Boss total freie Hand bekommen und durfte meine kreative Ader ausleben. Hab heute (nach nur 2 Tagen) das Konzept für Konferenz, Event, Abendprogramm, Deko, Give-aways, Betreuung, Dolmetscher und sonstigem Schnick-Schnack abgegeben und “standing ovations” geerntet. Gott - wie ist es schön, endlich wieder richtig “Gas geben” zu können. Und dabei hab ich das “Gaspedal” ja nur ganz leicht angetippt, ich bin noch nicht einmal fest draufgestiegen. Ich sehe erst jetzt, welche Power eigentlich in mir steckt. *lach* - echt fast ein bissl zum Fürchten! Anyway - alle Dinge sind soweit vorgeplant und angefragt, ich warte nur mehr auf die Offerte (diese muß ich der Ordnung halber den Deutschen vorlegen - reine Formsache) und dann kann ich fix buchen! Ist danach sicher noch eine Heidenarbeit, alles koordinieren, weitermelden, kontrollieren; aber das tut mir gut, da bin ich in meinem Element. Erstmals, seit langer Zeit, daß ich voller Erwartung und Spannung in die Zukunft blicke…..

Montag und Dienstag hab ich frei. Hab mir Urlaub genommen, weil Roland in Wien ist und ich nicht abschätzen kann, ob ihn nicht doch der Teufel reitet und er bei uns im Büro vorbeikommt. Zugegeben, aus dieser Aktion spricht eine Portion Feigheit, aber ich mag auf Nummer sicher gehen und ihm nicht über den Weg laufen. Will nicht riskieren, irgendwie wieder aus der Bahn geworfen zu werden. So sattelfest bin ich noch nicht. Hab zu Haus sowieso urigst viel zu tun und wenn das Wetter passt, kann ich ja vielleicht irgendwohin ausrücken…..

Lilli, Gemini, Michi und Klaus….

June 7th, 2005

Langsam, gaaaaaaanz langsam geht’s bergauf. Mein morgendliches Telefonat mit Michi, in dem ich wie immer Melody Beattie zitiert habe, hat mir gezeigt, daß ich auf dem richtigen Weg bin. Besonders die Aussage

“…wenn wir den Ehrgeiz haben, den Menschen zu zeigen, das wir das Beste sind, was ihnen je widerfahren ist, sollten wir uns die Frage stellen, ob sie das Beste sind, das uns je widerfahren ist.”

hat’s mir angetan, weil sie die Sache auf den Punkt bringt. Ich habe gestern Abend lange darüber nachgedacht und festgestellt, daß Roland bei Weitem nicht das Beste ist, das mir je widerfahren ist. Von den unschönen Ereignissen jetzt einmal ganz abgesehen - einfach nur um fair zu sein - so muß ich vor mir selbst zugeben, daß er nicht einmal gut ist, denn da gabe es bislang weit Bessere, die dem “Besten” trotzdem auch nicht annähernd nahe gekommen wären. Ich frage mich also, was mich bislang zu an ihm festhalten hat lassen! In Wahrheit gibt’s da nicht viel, was - um mit Geminis Worten zu sprechen - meinem Geschmack entspricht. Seltsam!!!!! Es ist also gar nicht so schwer, loszulassen. Es gehört lediglich ein Quäntchen Mut dazu, und genau diesen werde ich mir aneignen.

Ich habe mich sehr über Lillis und Gemins Kommentare gefreut. Irgendwie haben sie beide Recht. Lillis Aussage, daß ich einfach zu intelligent, zu stark und zu gut für ihn bin, trifft sicher ins Schwarze. Das ist ihm eben alles eines zu viel, zu hoch, zu anstrengend. Hält ihm einen Spiegel vor, der ihm zeigt, daß er diese Stärke nicht hat (muß ja auch nicht sein). Dies kann seinen Vorstellungen gar nicht entsprechen, denn wer sieht schon gerne seine Schwächen. Also bin ich als “gefährlich” (so war seine Aussage bereits in Traunkirchen) eingestuft und letztendlich für ihn uninteressant. Ganz logisch und endlich begreifbar.

Ebenso richtig liegt Gemini mit ihrer Einschätzung der Situation, nämlich der Tatsache, daß ich mich selbst in die Opferrolle manövriert habe. Ich mußte wohl erst eine Runde darüber nachdenken, aber ich kann zugeben, daß dem wirklich so ist. Es ist allerhöchste Zeit, auszusteigen. Es ist allerhöchste Zeit, die Dinge an mir abprallen zu lassen. Es ist allerhöchste Zeit, die Zügel herumzureißen und nach vorne zu blicken, zumal sich ja auch Positives ereignet.

Hab heute eine Mail von Klaus bekommen, über die ich mich riesig gefreut hab. Schreibt, daß unser Treffen in Wien sehr schön war und es angenehm war, mal mit einer wirklich vernünftigen Frau reden zu dürfen! Ach - ist das schöööööööön!!!!!! Gibt mir, ebenso wie die Anteilnahme von Lilli und Gemini totalen Auftrieb, bestärkt mich in meinem Glauben an mich selbst und in der Weiterführung meines Vorhabens. Roland mit all seine Aktionen wird schon bald kein Thema mehr sein - ich wußte es, alles wird wieder gut! Ich werde meine Unbeschwertheit wieder erlangen, ich werde wieder herzlich lachen können, weil ICH es so haben will und vor allem werde ich künftig “eins klüger sein”.

Lilli und Gemini, ich danke euch für eure wertvollen Einträge! Lieber Gott, ich danke dir für Menschen wie Lilli, Gemini und Klaus.

absolutes Desinteresse

June 6th, 2005

Tja - ich hätte mir nicht gedacht, gleich am Anfang solche “Felsbrocken” auf meinem Weg vorzufinden *schwerschluck*, aber ich habe mich dafür entschieden und so werde ich wohl irgendwie daran vorbei müssen. War bis heute vormittag so stolz auf mich, weil ich es das 2. Wochenende geschafft habe, nicht in Erscheinung zu treten, aber scheinbar ist es wirklich so, daß man erntet, was man ausstreut. Hab mitbekommen, daß Roland heute DKO angerufen hat, sich dabei allerdings von seiner Sekretärin hat verbinden lassen, wahrscheinlich um sicherzugehen, mich auf gar keinen Fall ans Telefon zu bekommen. Umpffff - das schmerzt!

Natürlich ist das meine Interpretation der Dinge, es könnte alles auch ganz anders gewesen sein (ha, hier ist es wieder, das “was wäre wenn”-Spiel, das ich in der Zwischenzeit schon so gut kenne; bin aber diesmal wirklich bereit, es nicht mehr zuzulassen und darüber nachzugrübel). Anyway - Fakt ist, daß bis dato kein Fünkchen an Interesse an mir bzw. an dem was ich tue bzw. wie’s mir geht hochgekommen ist. Na, ja - um ehrlich zu sein, ist das schon ziemlich schwer verdauliche Kost für mich.

Das Kranke ist, daß ich es - als Reaktion auf sein Desinteresse - auch nicht anders praktizieren. Ich habe mich überall zurückgenommen, trete nur mehr dort in Erscheinung wo sich’s absolut nicht vermeiden läßt. Ich weiß, es ist ein saublödes Verhalten, aber ich kann nicht zulassen, daß ich weiterhin sinnlos hoffe und mir dabei noch selber weh tu. Irgendwie wäre ein klärendes Gespräch hilfreich, aber auf dieses zu hoffen ist eine pure Illusion. Roland hat sich einer definitiven Aussage immer entzogen, er ist einfach ein Mensch, der nicht Stellung beziehen möchte, egal wie die Dinge stehen. Es bleibt mir also gar nichts anderes übrig, als mich aus der “Opferrolle”, in die ich mich hineingedrängt fühle, zu lösen und die Dinge so zu nehmen wie sie sind.

Lieber Gott, laß mich die Tatsache, daß ich für ihn komplett uninteressant bin morgen nur ein klein wenig mehr akzeptieren und übermorgen noch ein bißchen mehr. Jeden Tag ein kleines Quäntchen, soi lange, bis es mir in Fleisch und Blut übergegangen ist. Dann können mich solche - eigentlich banalen - Ereignisse nicht mehr so beuteln.

Während ich hier schreibe höre ich Gänsehautblues von Hans Theessink. Das gibt mir ein bissl das Gefühl der Geborgenheit und der Sicherheit. Ich darf einfach nicht vergessen, daß ich die Kraft habe, die Sache durchzustehen und daß ich meine Entscheidungen zu meinem Besten treffe. Es wird sicher alles wieder gut werden - es wird eben nur ein bissl dauern. Tja, und das Üben in Geduld werde ich auch noch lernen, ich gebe nicht auf! Jetzt nicht mehr!

den Blickwinkel verändern

June 4th, 2005

hab meine “Niederlage” vom Freitrag halbwegs verarbeitet. Wohl noch nicht ganz weggesteckt, es macht mich noch immer fertig, dass ich noch immer so leicht aus der Bahn zu werfen bin, aber ich stelle fest, daß es mir immer besser gelingt, wieder Fuß zu fassen und an meinem Vorhaben festzuhalten. Langsam, ganz langsam komme ich ja doch voran. Früher wäre ich soweit umgefallen, daß ich meinen inneren Zwängen freien Lauf gelassen hätte und in genau solchen Situationen wieder zum Telefon gegriffen hätte, nur um seine Stimme zu hören und eventuell ein paar - nicht mal eindeutige - Aussagen zu erhaschen, nur um per SMS Aufmerksamkeit zu erbetteln. Doch diesmal nicht! Keine SMS, kein Anruf - wohl Gedanken an ihn, aber auch diese werden irgendwann einmal ausbleiben.

Habe gestern - nach dem abendlichen Besuch bei David auf ein Flascherl Wein und ein gutes Gespräch - wieder einmal mit mir selbst philosophiert und möchte als Ergebnis dieses Nachdenkens den Versuch starten, den Blickwinkel zu ändern. Bislang habe ich Roland als Mann gesehen. Als Mann, dem ich Gefühle entgegenbringe und von dem ich gehofft hatte, er würde selbes oder ähnliches für mich empfinden. Hab mich gekränkt und war verletzt, als ich gemerkt habe, dass dies vielleicht gar nicht so ist und wollte es trotzdem nicht wahr haben. Wenn ich Roland aber sehe als das was er ist, als meinen Chef nämlich, dann komme ich vielleicht besser/schneller voran. Ein Chef bleibt ein Chef - üblicherweise empfindet man für den nichts, man macht seinen Job, mehr oder weniger gut, kriegt dafür Geld, mehr oder weniger viel. Ab und zu vielleicht ein Lob, ab und zu vielleicht ein Smalltalk, aber mehr ist da nicht und mehr ist da auch nicht zu erwarten. Üblicherweise braucht man sich über die menschlichen Komponenten, über Charakter, Gefühle und dergleichen seines Chef’s keine tiefgründigen Gedanken machen. Man verbringt gewissen Zeit miteinander, arbeitet einander zu oder hält ihm lästiges Zeug fern und geht, ohne weiteres Grübeln bis zum nächsten Tag nach Hause. Das ist es - just business, sonst nix! Und ausnahmsweise ist es nicht mal so unangenehm.

Vielleicht sollte ich versuchen, es einmal aus dieser Perspektive zu betrachten. Wenn ich mir das so überlege, dann sollte es sich eigentlich ganz locker machen lassen. Beruflich haben wir sowieso recht wenig miteinander zu tun und es ist auch nicht zu erwarten, daß sich dies in Zukunft ändern könnte. Von ihm nichts zu hören bzw. nichts mitzubekommen ist daher vollkommen normal und ich brauche über diesen Umstand daher auch nicht mehr traurig zu sein. Die wenigen Telefonate sind rein beruflicher Natur und daher auch nicht als etwas Besonderes zu werten, geschweige denn, ihnen ein Übermaß an Bedeutung beizumessen. Das erscheint mir augenblicklich recht logisch und ich hoffe, diese Gedanken auch umsetzen zu können.

Während ich hier schreibe fällt mir wieder das Gefühl ein, welches ich gestern am Nachhauseweg im Auto verspürt hab. Irgendwie war da plötzlich so ein Vertrauen, daß alles wieder gut wird. Ein total beruhigendes Gefühl, so als ob irgendjemand/irgendwas da wäre, der/das mich beschützen würde. So als ob ich mich zurückgeleht hätte und knapp davor war, dass mir vor Erschöpfung die Augen zufalllen, begleitet von dem Wissen, alles erledigt zu haben. Ja - genau da will ich hin. Alles erledigt haben, zufrieden sein, Ruhe und Frieden haben, kein Kummer mehr. Dafür werde ich diese augenblickliche Plackerei durchstehen und ich werde es schaffen…..

diese verdammte Hoffnung….

June 3rd, 2005

…ist so was von unlogisch, ist so was von destruktiv, mach jegliches Bemühen zunichte. Wenn ich nicht wüßte, was ich bislang alles zuwege gebracht habe, würde ich mich heute wieder einmal für das totale “Nudlaug” halten. Ich muß mir echt krampfhaft alle bislang erreichten Erfolge herholen und vor Augen halten, damit ich nicht im Glauben an meine Unfähigkeit versinke.

Roland hat heute morgen versucht GKA zu erreichen und ist auf meinem Telefon gelandet. Kurz, knapp und bünding - sauunfreundlich, höchst unwirsch, einfach unangenehm. Tja - und schon ist sind sie wieder da, meine falschen Erwartungen. Hatte ich blödes Schwein doch erhofft, er würde meine - natürlich ebenfalls eiskalte - Reaktion bemerken und vielleicht zu gegebener Zeit mit einem “Entschuldigungstelefonat”, wenn auch konstruiert, einlenken. Nichts da!Tja - was habe ich mir bloß vorgestellt. Reines Wunschdenken!!!! Ich kann’s eben noch immer nicht verkraften, daß er mich total ignoriert. Ob ich das jemals kann? Kann man sich an eine solche Situation gewöhnen? Kann man lernen, damit umzugehen? Wenn ja, wie? Ich würd ich weiß nicht was dafür geben, wenn ich endlich damit umgehen könnt. Aufgrund dieses abermaligen “Versagens” ist heute wieder so ein Tag, an dem ich überlege, ob es nicht doch besser wäre, die Firma zu verlassen. Anderseits läuten bei diesem Gedanken in meinem Hirn jegliche Alarmglocken. Es ist nicht so leicht, einen solchen Job zu bekommen, schon gar nicht in meinem Alter. Und meine Kündigung wäre sicher nichts anderes als Flucht vor dem Problem. Zugegeben, in der ersten Sekunde sicher der einfachere Weg, aber wer weiß, wie’s dann weiter geht. Davonzulaufen und selbst irgendwo anders neu zu beginnen heißt noch lange nicht, die Sache auch wirklich aus dem Kopf zu haben. Hmmmm - grübel, grübel!!!

Zumindest aber bin ich soweit, daß ich bislang keine Wochenendgrüße vom Stapel gelassen habe und auch immer noch den festen Vorsatz habe, dieses nicht zu tun. Ich werde von meinem Vorsatz einfach nicht abweichen. Damit erhoffe ich mir, Bewegung in die Sache zu bringen. Wieder ein Schritt weiter weg von Roland, auch wenn’s mir augenblicklich nicht so ganz gut bekommt. Aber ich muß mir immer wieder meinen Stolz vor Augen halten. Ich möchte nicht mehr ankriechen und um gekünstelte Zuwendung anbetteln. Fühl mich momentan ein bissl schwach und allein. Wenn bloß jemand da war, der mir den Rücken stärken könnt. Jemand der mich bestätigt, daß mein Tun - wenn es auch jetzt unangenehm ist - später einfach zu meinem Besten sein wird. Ich versuch’s mir einzuhämmern, aber leider bin ich da nicht ganz so standhaft. Ich kann mir selbst nicht ganz glauben. Hmmm - mangelndes Selbstvertrauen also!!!!! Wieder was zum nachdenken! Vielleicht sollt ich Günther anrufen, der weiß sicher Rat…..

Die eigene Stärke geltend machen….

June 2nd, 2005

ja - das heutige Kapitel in meinem Buch - das sollte ich unbedingt beachten.

“….wenn andere versuchen, uns zu manipulieren oder auszunutzen, wissen wir, daß wir zu Recht Wut und Mißtrauen empfinden und wir zu ihren Machenschaften NEIN sagen können. Wenn andere uns etwas einzureden versuchen, was wir nicht wollen, oder wenn andere uns etwas auszureden versuchen, was wir uns sehr wünschen, VERTRAUEN WIR UNSERER EIGENEN MEINUNG. Wenn andere Dinge sagen, die wir nicht glauben, wissen wir, daß wir UNSERER INTUITION VERTRAUEN können…”

Ich lasse zu, daß ich weiß, was ich weiß, fühle, was ich fühle, glaube, was ich glaube und sehe, was ich sehe!

Es ist wichtig, daß ich dies hier festhalte. Ich hoffe, daß das Schreiben mir hilft, diese Aussagen zu verinnerlichen und sie zu behalten. Ich ertappe mich dabei, daß ich an Roland denke. Nicht mehr voller Herzeleid, nicht mehr voller Sehnsucht, aber immerhin wär ich neugierig was er tut. Damit sollte ich aufhören, aber so schnell geht das nicht. Da ist sie wieder, diese verdammte Ungeduld! Aber ich lasse mich von ihr nicht mehr unterkriegen. Ich werde mein Vorhaben, mich von Roland zu lösen trotz dieses “Rückfalls” nicht aufgeben. Viel zu oft habe ich es schon getan und war dann mehr am Boden als zuvor. Dieses Mal stehe ich es durch, das bin ich mir schuldig. Nie mehr lasse ich es zu, daß man mir versucht, meinen Stolz zu nehmen und meine Selbstachtung zu untergraben.

Morgen ist Freitag. Wenn ich keine SMS mit lieben Wochenendgrüßen schicke, dann wäre dies bereits der zweite, den ich ohne auf mich aufmerksam zu machen überstanden habe. Ich weiß, ich werde es schaffen! Ich werde mich nicht mehr melden und es wird mir trotzdem gut gehen. Ich kann darauf vertrauen, daß ich zu meinem Besten entscheide!

Habe heute auf Richards Mail geantwortet und daraus hat sich eine total liebe Korrespondenz entwickelt, die letzendlich in eine Einladung zur VINEXPO nach Bordeaux gipfelt. Ich pack es ja gleich gar nicht. Als internationale Weinmesse bzw. -börse ist die VINEXPO etwas ganz Besonderes für ganz erlesenes Publikum. Nichts für “Normalverbraucher”, da kommt man nur mit persönlicher Einladung rein. Richard hat 2 davon und keine Begleitperson! Ich bin von den Socken, daß er daran gedacht hat, MICH mitzunehmen. Das macht mich echt sprachlos. Egal was daraus wird, ob ich jetzt fahren kann oder nicht (weil es z.B. meine Finanzen bei weitem übersteigt), ich freue mich ob der Tatsache, daß er überhaupt auf die Idee gekommen ist. Irgendwann nächste Woche werden wir zusammen ein Gläschen schlürfen. Auch darauf freu ich mich. Ich setze gar keine Erwartungen in dieses Zusammentreffen , am allerwenigsten welche im Hinblick auf eine neue, nähere Bekanntschaft. Das widerstrebt mir augenblicklich - dank Roland - total.

ausgequetscht wie eine Zitrone, fallengelassen wie eine heiße Kartoffel…

June 1st, 2005

….eine Aussage, welche seine Exfrau über Roland getätigt hatte. Wie ich gestern feststellen konnte, nicht einmal so ganz zu unrecht. Roland mich gestern wegen einer weiteren Hotelreservierung angerufen. War scheinbar in guter Laune und hat versucht, ganz wenig Privates (nämlich die rein rhetorische Frage nach meinem Befinden und der vorletzten Wochenendbeschäftigung) einzuwerfen, die ich aber ganz emotionslos, kurz und bündig mit “planmäßig” und “schön” abgehandelt hab, zumal ich auf meine SMS von diesem bewußten Wochenende keine Antwort bekommen hab und für mich diese Sache der Vergangenheit angehört. Er hat meine Aussagen gleich gar nicht mitbekommen, was noch mehr darauf hinweist, daß es sich eben nur um Floskeln und nicht um persönliches Interesse gehandelt hat, was mich dazu veranlaßt hat, dem Hotel aufzutragen, die Reservierungsbestgätigung gleich direkt zu mailen, sodaß ich gleich gar keinen Kontakt aufnehmen muß. Ein Schurkenstreich par excellence, so was war noch nie da. An sich ein Schlag, der jedes noch so beschränkte Gehirn zum Denken anregen müßte. Möglicherweise hat er’s ja auch getan, denn 20 min später kam eine Mail, mit den noch ausständigen Gästenamen für die Hotelreservierung zum Fendrichkonzert, ein angebliches Kundenevent, für welches ich mir den Arsch aufgerissen hab um noch Karten zu bekommen (weil’s wieder einmal keiner geschafft hat, diese zu organisieren). Tja - und dann hab ich geglaubt mich trifft der Schlag! Bei den ach so guten Kunden, für denen einem nichts zu teuer ist, handelt es sich - man soll’s nicht glauben - um Rolands Skatfreundin und deren Begleitung (wahrscheinlich ebenfalls weiblicher Natur). Blöd wie er ist, hat er nur Titel und Familienname gemailt (scheinbar weil er nicht möchte, daß ich Verdacht schöpfe), keine Geschlechtsbezeichnung, geschweige denn einen Vornamen. Leider weiß er nicht, daß ich weiß, wie denn jene Frau Doktor aus Graz heißt, mit der es einmal Zitat “….dann intim geworden ist”!!!!!

Als ich das gesehen hab, hab ich geglaubt, ich kotz mich an! Hält mich doch allen Ernstes für beschränkt, will mich scheinbar provozieren (denn die Namen hätter er direkt auch ans Hotel mailen können, und noch dazu gleich vollstgändig, denn denen wird’s wurscht sein, mit welchen Weibern er anrattert) und vor allem versucht er mich durch laue Aussagen wie “….die Sache muß reifen” warm zu halten, weil man mich ja immer wieder brauchen kann!!!!!!!!!! Das ist echt der Gipfel! Gott, was bin ich froh, daß ich mich bereits mit der Tatsache angefreundet hab, mich von ihm zu distanzieren. Diese Charakterlosigkeit macht die Sache erheblich einfacher. Mit solchen Menschen will ich nix zu tun haben. Beruflich kann ich’s zum Teil auf ein absolutes Mindestmaß reduzieren, privaten Kontakt möchte ich keinen mehr aufkommen lassen. Eine Erklärung würde ich gerne abgeben - ich hätte gerne, daß er weiß, was ich von ihm denke. Nicht das es etwas ändern würde, nichts in seinem Verhalten und nichts an meiner Meinung. Ich möchte es einfach nur loswerden. War schön, wenn sich irgendwann die Gelgenheit dazu ergäbe, ihm zu sagen, daß auch ich mich dem Zitat seiner Exfrau nicht verschließen kann…..

Bin aufgrund dieser Aktion dann umgehend vom Büro abgedampft und hab mir an Nachhauseweg, nachdem der Adrenalinschub abgeklungen ist, die Sache durch den Kopf gehen lassen. Komme wieder zum Schluß, daß Menschen eben so sind, wie sie sind. Manchmal gelingts Ihnne, sich “im Sonntagsgewand” zu präsentieren und das vorzugaukeln, was sie denn gerne wären. Aber diese Maskerade hält nicht, sie fallen in ihre normalen Muster und Vorgangsweisen zurück, vor allem: sie ändern sich nicht. Dies als schwacher Trost für mich. Auch die Grazer Frau Doktor wird noch ihr blaues Wunder erleben. Ihr wird’s nicht anderes ergehen als mir, denn Roland wird seine Angewohnheiten nicht ablegen, für nichts und niemanden, dazu ist er viel zu unflexibel, engstirnig, feig und konservativ. Und sollte diese Verbindung wider erwarten doch funktionieren, dann ist es gut so, denn dann haben sich eben 2 gefunden, die sowieso nie mit jemand anderen hätten leben können.

Mein schlaues Loslassen-Buch war mir gestern eine wertvolle Stütze. Erstmals zweifle ich nicht mehr an der Richtigkeit meiner Entscheidung, Erstmals fühle ich ganz leicht das Gefühl der Verpflichtung, mir meinen Stolz, meine Selbstachtung, meine Unabhängigkeit unbedingt erhalten zu müssen. Im Kapitel “was, wenn?” ging’s gestern darüber, daß dieses berühmt-berüchtigte “was wäre wenn”-Denken (welches ja für mich ein ganz großes Thema ist) ein Überbleibsel unseres Denkens, Fühlens und Verhaltens aus der Co-Abhängigkeit ist. Fakt ist, daß due Reaktionen, Gefühle, Neigungen oder Abneigungen anderer unsere Verhaltensweisen, Gefühle und Richtung nicht bestimmen dürfen. wir müssen nicht darüber bestimmen, wie andere auf unsere Entscheidungen reagieren. Wir können darauf vertrauen, daß mir mit Hilfe unserer Höheren Macht jedes Ergebnis - ob angenehm oder unangenehm - in den Griff bekommen!

Und auch das heutige Kapitel “Direktheit” zeigt mir, daß ich bereits immer auf dem richtigen Weg war, es aber bloß nicht glauben konnte, weil’s mir bislang niemand bestätigt (ganz im Gegenteil, Roland z.B. hat mich kritisiert…) hat. Es besagt, daß wir uns im Kreis von direkten, ehrlichen Menschen wohlühlen, weil diese ihre Meinung sagen und man weiß, woran man ist. Indirekt Menschen (hör gut zu, Roland *ggg*), die sich scheuen zu sagen, wer sie sind, was sie wollen und was sie fühlen, sind nicht vertrauenswürdig. Sie bringen ihre Wahrheit auf andere Art und Weise zum Ausdruck, auche wenn sie sie nicht direkt aussprechen. Und das trifft andere (MICH!!!!!) oft überraschend. Direktheit spart Zeit und Energie. Sie macht unsere Opferhaltung, unsere Märtyrerrolle und Tricks überflüssig; sie trägt dazu bei, daß wir unsere eigene Stärke anerkennen; sie schafft respektvolle Beziehungen. Man fühlt sich geborgen im Kreis von direkten und ehrlichen Menschen!!!

Uff - alles von der Seele geschrieben. Tut das gut! Erstmals das Gefühl, etwas gegen die vor Monaten entstandene innere Leere getan zu haben. Erstmals das Gefühl, wieder ein bisschen Boden unter den Füßen zu haben. Erstmals ein ganz klein wenig Zufriedenheit!!!!!

Hab heute nachmittag per Mail eine Einladung von Richard bekommen. Ganz direkt und unverblümt schreibt er “seiner Zauberfee”, daß er einen neuen Wein zu verkosten hätte…. Nun, das hört sich ja gut an. Ich werde ihm morgen antworten und für die nächsten Tage was ausmachen. Wird mir gut tun. Ich freu mich.

Innere Verpflichtung & ein schöner Sonntagabend

May 30th, 2005

Hurra! Die Bücher sind da!!! Ich freu mich wahnsinnig. Habe sofort begonnen Melody Beattie “Kraft zum Loslassen” - tägliche Meditationen für die innere Heilung zu lesen. In meinem ersten, heutigen Kapitel geht es um innere Verpflichtung. Es besagt, daß wir auf unserem Lebensweg viele Dinge und Menschen verlieren werden, wenn wir nicht bereit sind, uns innerlich zu verpflichten. Wir müssen uns in unseren Beziehungen engagieren, wenn wir über einen bloßen oberflächlichen Kontakt hinauskommen wollen; wenn wir die gewünschte Wohnung, die ersehnte Arbeit oder den begehrten Wagen bekommen wollen. Wir müssen uns tiem im Inneren für Ziele; im Beruf, in der Familie, in Freundschaften, im HEILUNGSPROZESS einsetzten. Ein Versuch führt uns noch nicht zum Erfolg. Erst wenn wir uns der Sache wirklich verbunden fühlen, erreichen wir ihn…..Der Abschnitt besagt auch, daß wir uns erst verpflichten sollen, wenn wir dazu bereit sind. Oftmals hindern uns Ängste davor, eine Verpflichtung einzugehen. In diesem Fall hilft es, abzuwarten und Vertrauen zu sich selbst zu haben, solange bis die Dinge klarer sind. Um die Sache zu beleuchten, kann es auch helfen, sich zu fragen, ob man bereit ist, das zu verlieren, wozu man sich nicht verpflichten will….

Hmmm - gute Sache! Will ich es wirklich riskieren, meinen Stolz und meine Selbstachtung einzubüßen? Wenn ich für diese nicht eintrete, wenn ich mich nicht dazu verpflichte, alles zu tun um mir beides zu erhalten, dann kann ich weiterhin um Roland’s Zuneigung anbetteln indem ich weiter versuche, mich gefinkelt in Erinnerung zu rufen. Doch was habe ich davon? In Wahrheit gar nichts. Jede Andere würde mit ein bissl Einsatz irgendwann genau das selbe bekommen, weil es für ihn nichts Besonderes darstellt und irgendwann wäre ich dann dort, wo ich nicht hinwill - “…ausgequetscht wie eine Zitrone und letztendlich fallengelassen wie eine heiße Kartoffel…” um mit dem Worten seiner Exfrau zu sprechen. NEIN - das möchte ich nicht!

Aha - ich kann also bereits formulieren, was ich nicht möchte, das ist ja immerhin schon etwas! Bislang bin ich ja herumgetrieben wie ein Blatt im Wind. Es ist wohl immer noch diese total kranke Hoffnung da, daß alles ja doch ganz anders sein könnte und die Dinge tatsächlich nur Zeit brauchen um sich zu entwickeln, aber es wird mir immer bewußter, daß dies ein Irrglaube ist. Ich kann wiederum nur aus dem Buch zitieren:

“Führe mich, Gott, wenn ich Verpflichtungen eingehe. Gib mir den Mut, solche einzugehen, die für mich richtig sind, die Weisheit, mich nicht an etwas zu binden, was nicht richtig erscheint, und die Geduld, abzuwarten, bis ich es weiß!”

Außerdem - ein kleiner Fortschritt - heute ist Montag und es ist nun eine Woche her, daß wir zuletzt miteinander Kontakt hatten. Ich habe es doch tatsächlich geschafft, mich nicht zu melden. Keine Mail, keine SMS, kein Anruf - einfach gar nix! Ich bin total zufrieden mit mir. Mußte wohl heute 2 geschäftliche Mails vom Stapel lassen, aber in jenen war er nur im Verteiler d.h. keine direkte Anrede, kein Du, einfach nur ein “sehr geehrte Herren….” und ganz abgesehen davon auch von seiner Seite kein Handlungsbedarf gegeben, einfach nur zur Kenntnis zu nehmen. Das ist gut so. Innerlich vibriere ich zwar und ertappe mich immer wieder dabei, daß ich mir von ihm eine wie auch immer geartete Aktion erhoffe, aber ich denke, wenn nix kommt, dann werde ich es irgendwann einmal akzeptieren können und dann sollte eigentlich der Punkt erreicht sein, wo mir diese Sache beginnt, egal zu werden….

Eine ganz erfreuliche Sache ist gestern Abend gelaufen. Hab mich mit Klaus, einem Deutschen aus dem Internet, auf den ich in einem Forum gestoßen bin in Wien getroffen. War zufällig mit anderen Forumsmitgliedern in Wien zum Fotografieren und wir haben einen total schönen Abend verbracht. Der Mann ist rein optisch überhaupt nicht mein Typ, aber das tut eigentlich gar nix zur Sache, weil es mir in meiner augenblicklichen Situation gar nicht um nähere Männerbekanntschaften geht, aber er ist ein total faszinierenden Mensch, mit einer total genialen Lebenseinstellung. Ich kann mich nicht erinnern, jemals auf einen solchen Mann getroffen zu sein. Steil, echt steil - tja, womit wir wieder beim Thema “Zufälle” sind. Gibt’s die nun, oder gibt’s die nicht???? However - ich hab den Abend sehr genossen und vielleicht treffen wir einander irgendwann in den nächsten Wochen/Monaten zum Sommerschilauf am Stubaier Gletscher wieder. Könnt’ mir vorstellen, daß dies ganz nett sein könnte….

mixed emotion

May 27th, 2005

Der erste prachtvolle Hochsommertag! Noch dazu hab ich frei. Normalerweise ein Tag wie geschaffen für gute Laune und prädestiniert für Unternehmungen der diversesten Natur. Garten, Swimmingpool, Grillen, etc. - aber danach ist mir momentan gar nicht. War heute morgens bereits im UKH, Gipsabnahme mit Bernd. Ächz - war mühsam, echt lähmend, zumal wir eine Stunde unnötig beim Röntgen gewartet haben. Bernd hat mal wieder nicht aufgepasst und nicht mitbekommen, daß mit Kabine 3 jene in der Nachsorge gemeint war. Und das Personal beim Röntgen war nicht in der Lage, uns darauf aufmerksam zu machen, daß wir hier vollkommen falsch sind!!!! Ich bin ausgezuckt: War echt sauunfreundlich, aber das ist mir erst viel später bewußt geworden. Na, ja - was soll’s, es hat der Schreibkraft auf jeden Fall gebührt. Ich krieg eben echt die Krise, wenn jemand nicht mitdenkt…..

Nach dem Krankenhaus bin ich dann nach Haus und versuche, es mir halbwegs lebenswert zu machen. Irgendwie muß ich wieder in den Alltag zurückfinden. Berndi kommt Mittags von der Schule und ich muß somit kochen. Wääh - es freut mich überhaupt nicht, aber es gehört eben zur Normalität dazu. Ebenso wie Wäsche bügeln, Hausübung überwachen und für die Englisch-Schularbeit lernen. Nun denn, frisch ans Werk! Es ist wohl überhaupt nicht “meines”, aber es vertreibt die Zeit und vielleicht auch die trüben Gedanken. Wobei - ich will ja jetzt keine großen Reden schwingen - ein ganz klein wenig besser geht’s heute schon. Nicht gerade weltbewegend, aber ein ganz kleiner Schimmer in meinem Hirn, der ganz zaghaft ein “es ist wie’s ist” leuchtet. Und es ist eben nichts, zwischen Roland und mir. Er denkt eben nicht an mich und er vermisst mich auch nicht. Er lebt sein Leben, wie immer dieses auch aussehen mag, und in diesem ist kein Platz für mich. Ganz einfach! Es ist also sinnlos, permanent “an seine Tür zu klopfen”. Auch wenn ich’s gern anders hätte, die “Klopferei” bewirkt genau nichts, außer vielleicht eine solzgeschwellte Brust, weil man(n) sich für unwiderstehlich hält und bei mir den Verlust meiner Selbstachtung. Es zieht mich sowieso immer runter, wenn ich wieder einmal den Versuch gestartet hab, ihm zu zeigen wie sehr ich ihn mag und darauf keine Reaktiion kommt. Tja, was habe ich mir eigentlich erwartet? Daß er ausgerechnet MICH mögen sollte? Lächerlich! Es gibt sicher genügend Frauen, die auf ihn abfahren. Nicht weil er so wunderbar ist, aber weil sein beruflicher und gesellschaftlicher Status doch einiges an Sicherheit erwarten läßt. Ja - und das ist es ja auch, was er erzählt. Ein Buch könne er schreiben, ein Buch über Frauen! Mag ja schon sein, aber mit Sicherheit ist noch keine wie ich darin vorgekommen! Nicht weil ich so besonders bin, aber anders, ganz anderes als die Anderen. Damit muß man eben auch mal erst umgehen können. Was verlange ich überhaupt, ich kann’s ja oft selber nicht! Manchmal denke ich, ich weiß selbst viel zu wenig von mir. Ich sollte mich - anstelle der Hirnwichserei um das Nichts mit Roland - besser mit mir selbst beschäftigen. Vielleicht sollte ich auch ein bissl verständnisvoller mit mir umgehen, ein bissl freundlicher, ein bissl fürsorglicher, ein bissl den Druck rausnehmen, ein bissl die Erwartungen an mich selbst runterschrauben. Vielleicht ist das des Rätsel’s Lösung - who knows?

Ein bissl Traurigkeit macht sich breit.Aber immerhin kann ich’s mir eingestehen und brauch - weil ich ja allein zu Haus bin - nicht die “Lachmaske” aufsetzen. Während ich hier schreibe höre ich Katie Melua “Learning the blues”, sicherlich schon zum x-ten Mal, aber das ist irgendwie beruhigend…..

Wissenschaftliches

May 27th, 2005

Dies ist heute bereits mein 2. Eintrag und in meiner momentanen Verfassung bzw. mit meinem augenblicklichen Forschungsdrang könnten es noch einige werden… ;o)

Hab heute mit Lilli über Killerphrasen, welche im letzten Gespräch mit Roland gefallen sind gesprochen und allein diese Erkenntnis hat mich bewogen, über Kommunikation im Allgemeinen nachzudenken. Wer kommuniziert wie und vor allem, was will man(n) damit ausdrücken, bewirken, etc. Nun - es ist wohl schon eine Weile her, daß ich mich so intensiv mit Sprache und deren Hilfsmittel auseinandergesetzt hab, aber dank meiner alten Unterlagen und dem blitzeschlauen Internetz dämmern doch wieder einige Grundregeln, wie z.B.

In vielen beruflichen wie privaten Gesprächen kommt es vor, daß jemand NICHT das echte Überzeugen des Anderen im Auge hat und eine ECHTE AUSEINANDERSETZUNG, aus welchen Gründen auch immer, ABBLOCKEN möchte. In dieser NICHT PARTNERSCHAFTLICHEN KOMMUNKATION greift man dann gerne in den “rhetorischen Giftschrank”, der die nachstehenden wichtigsten Strategien und Methoden des UNFAIREN ARGUMENTIERENS enthält:

BEEINDRUCKEN (um Argumente aufzupäppeln) geschieht durch Imponiergehabe, Meinungen als Fakten ausgeben, Zitieren, Bonmots, Analogien, Personalisieren

MANIPULIEREN (den Anderen in seiner Entscheidungsfreiheit beeinträchtigen) geschieht durch Bonmots, Emotionalisieren, Andeuten, Scheinalternativen, Selbstbekehrung, rhetorische Fragen

VERTEIDIGEN (um jeden Preis negative Bewertung des eigenen Standpunktes abwenden) geschieht durch Relativieren, Einwände vorwegnehmen, Retourkutsche, Personalisieren, Ausweichen

ABSCHLIESSEN (positive Bewertung des gegnerischen Standpunktes verhindern) geschieht durch gesunden Menschenverstand, verunsichern, Übertreiben, Verunsichern, so tun als ob

Dazu kommen die echten Killerphrasen, Scheinargumente, welche nur dazu dienen die Ideen eines Anderen als zur Problemlösung nicht geeignet hinzustellen bzw. den Anderen mundtot zu machen. Ein

“warten wir doch erst ‘mal ab … ”
“die Zeit ist augenblicklich nicht reif dafür”
“die Sache muß reifen”

sind die Paradeaussagen des “Offenhalters”, also von jenem, der sich nicht festlegen kann und festlegen will, den man bei der Teamarbeit in den zerstörerischen Rollentypus einordnet.

Das ist es also!!!!! Warum hab ich nur so lange gebraucht und es zu erkennen! Natürlich kann man diese Theorie nicht 100%ig auf Roland umlegen. Wie immer gibt es Mischvarianten und Grauzonen, aber es kommt ziemlich gut hin. Ich glaube nicht einmal, daß Roland absichtlich so agiert. Um ehrlich zu sein, für so schlau halte ich ihn gar nicht. Er ist einfach schon im Grunde seiner Seele so und das läßt sich so einfach nicht ändern. Ich sage nicht, daß es nicht zu ändern wäre, ich sage nur, daß dazu einfach wahnsinnig viel Beschäftigung mit sich selbst notwendig wäre. Meiner Meinung nach erkennt er nicht einmal, wie er eigentlich wirklich ist. Er hetzt einer Idealvorstellung, die ihm mal die/der Eine, mal die/der Andere in den Kopf setzt hinterher und versucht das zu sein, was das Gegenüber grad von ihm erwartet. Daher auch damals die Frage, welche Erwartungen ich denn an ihn stellen würde. Mir geht endlich ein Licht auf!!!!!! Gott, wie erlösend!!!! Die Kehrseite der Medaillie ist natürlich, daß ich einem Trugbild aufgessen bin. Das vermeintliche Besondere an ihm war nichts anderes als ein “Abkupfern” meines Verhaltens, möglicherweise weil er schon gerne so sein möchte, möglicherweise weil es ihm gefällt, möglicherweise weil er annimmt, damit zu “everyone’s darling” zu werden, weil ich es eben bin. Was er aber nicht sieht, der Gute, ist, daß das Leben des “Besonderen” mit Müh und Plag gepflastert ist und daß der Erfolg, die Anerkennung und der Respekt echt total schwer erarbeitet wurde. Das ist nicht von heut auf morgen entstanden, das wurde mir auch nicht in die Wiege gelegt - das Potential dazu vielleicht, aber diese Grundlagen einzusetzen bzw. das Richtige daraus zu machen, war eine Heidenarbeit und AUF DIESE BIN ICH GANZ MÄCHTIG STOLZ!!!!!

Hmmmm - in Sachen Liebe also wieder eine absolut unerfreuliche Erkenntnis, aber besser als das Trugbild und das Tappen im Dunkeln, dem ich bislang ausgeliefert war. Es ist schon so wie Roland gesagt hat: ICH muß eine Entscheidung treffen (ha, ha - jetzt merk ich erst, wie leicht er sich’s damit wieder einmal gemacht hat) und ich glaube, ganz im Innersten habe ich sie schon getroffen. Es hapert nur noch an der konsequenten Umsetzung. Aber immerhin ist Freitag nachmittag und ich habe mich noch immer nicht in Erinnerung gerufen. Die Hälfte des langen Wochenendes ist bald um, nur mehr 3 x schlafen und dann ist Büroalltag. Wenn ich es schaffe, mich bis Montag nicht zu rühren, dann ist der 1.Schritt geschafft. Ein Ziel? Ich muß lächeln! Ja es ist ein Ziel - ein verrücktes zwar, aber vielleicht eines, daß mich Stück für Stück näher zu meinem Seelenheil bringt.